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Senkung der Verkaufspreise kann sinkende Nachfrage bei Handwerkern nicht ausgleichen

Preiselastizität der Nachfrage:

 

·       Die Nachfrage nach Handwerksleistungen (Reparaturen, Installationen, etc.) ist relativ unelastisch. Das bedeutet, dass selbst eine deutliche Preissenkung nicht zu einer proportional gleich hohen oder höheren Steigerung der Nachfrage führt.

 

·       Kunden benötigen eine Reparatur oder eine neue Heizung, weil sie kaputt ist oder benötigt wird, nicht primär, weil der Preis gesunken ist. Wenn kein akuter Bedarf besteht, wird auch ein niedrigerer Preis niemanden zum unnötigen Streichen der Wände veranlassen.

 

Vertrauens- und Qualitätsaspekt:

 

·       Handwerksleistungen sind Vertrauenssache. Eine starke Preissenkung kann bei Kunden Misstrauen wecken. Sie könnten befürchten, dass der Handwerker an der Qualität der Arbeit, den verwendeten Materialien spart oder nicht ausreichend qualifiziert ist ("Wer billig anbietet, ist vielleicht nicht gut").

 

Begrenzte Kapazität und Fixkosten:

 

·       Ein Handwerksbetrieb hat begrenzte Kapazitäten (Anzahl der Mitarbeiter und Stunden). Selbst wenn mehr Aufträge reinkämen, könnten diese möglicherweise nicht schnell genug abgearbeitet werden.

 

·       Die Fixkosten (Miete für die Werkstatt, Gehälter, Leasingraten für Fahrzeuge) bleiben hoch. Durch Preissenkungen sinkt der Deckungsbeitrag pro Auftrag, was das Unternehmen schneller in die Verlustzone treiben kann, anstatt die Flaute auszugleichen.

 

Makroökonomische Ursachen:

 

·       Wenn die Nachfrageflaute auf größere wirtschaftliche Unsicherheiten (z.B. hohe Zinsen, Angst vor Rezession) oder politische Unklarheiten (z.B. unklare Förderrichtlinien beim Heizungsaustausch) zurückzuführen ist, haben Preissenkungen des einzelnen Handwerkers kaum eine Wirkung. Die Kunden verschieben ihre Investitionen, bis die Unsicherheit beseitigt ist.

 

Wartezeit als Qualitätsindikator:

 

·       In Zeiten hoher Nachfrage war eine lange Wartezeit oft ein Zeichen für einen guten, ausgelasteten Betrieb. Wenn ein Betrieb plötzlich sofort Termine anbieten kann und gleichzeitig die Preise senkt, kann dies fälschlicherweise als Zeichen für eine schlechte Auftragslage und damit mindere Qualität interpretiert werden.

 

Fazit:

 

Bei Handwerkern ist die Verfügbarkeit (schneller Termin) und die Zuverlässigkeit/Qualität oft ein wichtigeres Kriterium als der absolute Preis. Statt auf reine Preissenkungen setzen viele Betriebe in einer Flaute eher auf:

 

  • Spezialisierung (Nischenmärkte)
  • Qualitätsoffensive (bessere Materialien, Schulungen)
  • Verbesserte Kommunikation (Kundenbindung)
  • Effizienzsteigerung (Kostenkontrolle)

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