Hier ist eine Übersicht, wie Betriebe aktuell reagieren und welche Strategien sich in der Praxis bewähren:
1. Strategien zur Preisanpassung
Um flexibel auf die Volatilität der Energiemärkte zu reagieren, nutzen Betriebe verschiedene vertragliche und kalkulatorische Werkzeuge:
- Einführung von Energiepauschalen: Statt jeden einzelnen Artikel teurer zu machen, weisen viele Betriebe eine separate „Energie- oder Mobilitätspauschale“ pro Auftrag aus. Das macht die Mehrkosten für den Kunden transparent und lässt sich bei sinkenden Preisen leichter wieder entfernen.
- Kürzere Bindefristen: Früher waren Angebote oft 3 bis 6 Monate gültig. Heute begrenzen viele Handwerker die Gültigkeit auf 14 Tage oder sogar nur eine Woche, um das Risiko von Preissprüngen beim Material (das oft energieintensiv hergestellt wird) zu minimieren.
- Freibleibende Angebote: Angebote werden zunehmend als „freibleibend“ oder „unverbindlich“ gekennzeichnet. Der Vertrag kommt dann erst mit der Auftragsbestätigung durch den Betrieb zu den dann aktuellen Konditionen zustande.
- Gleitklauseln: Bei langfristigen Projekten (z. B. Großbaustellen) werden Preisgleitklauseln vereinbart, die eine Anpassung der Preise erlauben, wenn die Energiekosten um einen bestimmten Prozentsatz steigen.
2. Kommunikation gegenüber dem Kunden
Die Akzeptanz beim Kunden steht und fällt mit der Art der Kommunikation. Erfolgreiche Betriebe setzen auf folgende Ansätze:
1. Offene Darlegung, warum die Preise steigen (z. B. Verweis auf Indexwerte oder reale Energiekostenanteile)
2. Keine Entschuldigung für die Erhöhung, sondern eine sachliche Begründung als notwendige betriebswirtschaftliche Maßnahme
3. Bestandskunden werden informiert, bevor die neue Rechnung eintrifft
Tipp: Viele Verbände empfehlen, Preiserhöhungen nicht „zu verstecken“, sondern aktiv das Gespräch zu suchen und ggf. Alternativen (z. B. Materialwechsel) anzubieten.
3. Langfristige Gegenmaßnahmen im Betrieb
Neben der Weitergabe der Kosten versuchen Handwerksbetriebe, ihre Abhängigkeit von fossilen Energien zu senken:
- Eigenstromerzeugung: Massive Investitionen in Photovoltaik-Anlagen auf Werkstattdächern.
- Optimierung der Tourenplanung: Einsatz von Software, um Fahrtwege zu minimieren und Treibstoff zu sparen.
- Energetische Sanierung: Dämmung von Werkshallen und Umstellung auf moderne Heizsysteme (Wärmepumpen, Infrarotheizungen).
Aktueller Kontext (2026)
Für das Jahr 2026 gibt es politisch zwar Entlastungen (z. B. die Senkung der Stromsteuer und den Wegfall der Gasspeicherumlage), jedoch stehen dem oft steigende Netzentgelte gegenüber. Viele Betriebe bleiben daher vorsichtig in ihrer Kalkulation.
Für mehr Fachinformationen zum Thema: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM
Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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