Rohertrag des Handwerkers zeigt, wie profitabel die Arbeit vor Lohn- und Gemeinkosten ist

Warum der Rohertrag im Handwerk so aussagekräftig ist

 

Im Gegensatz zum reinen Umsatz bereinigt der Rohertrag die Leistung um die variablen Kosten (hauptsächlich Material und Fremdleistungen). Das ist aus drei Gründen entscheidend:

 

  1. Material-Neutralität: Ein Projekt mit 50.000 € Umsatz, bei dem 40.000 € für teures Material draufgehen, ist für den Betrieb oft weniger wert als ein 20.000 € Auftrag mit nur 5.000 € Materialeinsatz.
  1. Effizienz-Check: Er zeigt direkt, wie gut der Betrieb verhandelt (Einkaufspreise) und wie treffsicher die Kalkulation der Aufschläge ist.
  1. Lohn-Budget: Da die Löhne im Handwerk meist Fixkosten sind (oder zumindest unabhängig vom Materialeinsatz laufen), definiert der Rohertrag das Budget, das für die Bezahlung der Handwerkerstunden zur Verfügung steht.

Die einfache Formel

 

Rohertrag = Umsatzerlöse Netto abzüglich Wareneinsatz (Material + Fremdleistungen)

 

Was den Rohertrag oft "auffrisst"

 

Wenn der Rohertrag trotz guter Auftragslage zu niedrig ist, liegt das im Handwerk meist an:

 

  • Verschenktem Material: Kleinteile oder Verschnitt werden nicht konsequent an den Kunden weiterberechnet.
  • Einkaufskonditionen: Fehlende Nutzung von Skonti oder schlechte Rabattstaffeln beim Großhändler.
  • Mangelnde Nachkalkulation: Es wird nicht geprüft, ob das verbaute Material tatsächlich der Planung entsprach.

Wichtiger Hinweis: Ein hoher Rohertrag garantiert noch keinen Gewinn. Wenn die Baustelle zwar profitabel ist, aber die Handwerker doppelt so lange brauchen wie geplant, fressen die Lohnkosten den Rohertrag schnell wieder auf.

 

Für mehr Fachinformationen zum Thema: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM

 

Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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