1. Definitionen
- Umsatz: Gesamte Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen vor Abzug von Kosten.
- Rohertrag (Deckungsbeitrag): Umsatz minus direkte Kosten (Material, Fremdleistungen). Er zeigt, wie viel Geld für Personal, Miete, Investitionen und Gewinn übrigbleibt.
2. Typischer Verlauf im Handwerk
Handwerksbetriebe unterscheiden sich stark nach Branche, Betriebsgröße und Auftragsstruktur. Dennoch lassen sich einige typische Muster beobachten:
a) Neugründung / Aufbauphase
- Umsatz: meist niedrig, stark schwankend, abhängig von Aufträgen und Kundenakquise.
- Rohertrag: oft sehr knapp, da Material- und Personalkosten anteilig hoch sind und Skaleneffekte fehlen.
- Besonderheiten: hoher Aufwand für Marketing, Investitionen in Werkzeuge, Maschinen, Fahrzeuge.
b) Wachstumsphase
- Umsatz: steigt, da Stammkunden und Empfehlungen zunehmen.
- Rohertrag: wächst ebenfalls, oft proportional oder leicht überproportional zum Umsatz, wenn Einkaufspreise optimiert und Prozesse effizienter werden.
- Besonderheiten: häufig neue Mitarbeiter, Expansion des Leistungsspektrums, eventuell höhere Lagerkosten.
c) Reifephase
- Umsatz: stabil, saisonale Schwankungen bleiben.
- Rohertrag: bleibt stabil oder steigt leicht, wenn Betrieb Effizienzsteigerungen erzielt.
- Besonderheiten: Fokus auf Kundenzufriedenheit, Standardisierung der Abläufe, Spezialisierung auf profitable Dienstleistungen.
d) Schwankungen und Risiken
- Saisonale Schwankungen (z. B. Bauhandwerk: Sommerhoch, Wintertief).
- Materialpreissteigerungen (Metalle, Holz, Energie) können Rohertrag stark beeinflussen.
- Personalengpässe oder Krankheit können Umsatz und Ertrag kurzfristig drücken.
3. Typische Kennzahlen
|
|
|
|
Kennzahl |
Typische Werte Handwerksbetrieb |
|
Rohertragsquote |
30–50 % des Umsatzes (je nach Branche) |
|
Umsatzwachstum |
5–15 % pro Jahr in Wachstumsphase |
|
Personalaufwandquote |
20–35 % des Umsatzes |
|
Materialaufwandquote |
30–50 % des Umsatzes |
Hinweis: Handwerksbetriebe mit hohem Materialanteil (z. B. Maler, Installateure) haben oft niedrigeren Rohertrag als reine Dienstleister (z. B. IT-Handwerk).
4. Strategien zur Verbesserung von Umsatz und Rohertrag im Handwerk:
- Preisgestaltung optimieren – Stundensätze und Materialaufschläge prüfen.
- Materialeinkauf effizienter gestalten – Rahmenverträge, Großhandelseinkauf.
- Produktivität steigern – Arbeitstechniken standardisieren, Schulungen.
- Dienstleistungsportfolio prüfen – Fokus auf profitable Aufträge.
- Saisonale Schwankungen ausgleichen – Wartungsverträge, Serviceleistungen.
Für mehr Fachinformationen zum Thema: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM
Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

Kommentar schreiben