1. Die Vollkostenrechnung: Mehr als nur Material
Eine präzise Kalkulation basiert darauf, dass wirklich jeder Cent erfasst wird. Das Schema folgt meist diesem Aufbau:
- Einzelkosten: Materialverbrauch und Fertigungslohn (die direkten Kosten des Projekts).
- Gemeinkosten: Miete für die Werkstatt, Versicherungen, Bürokräfte, Fuhrpark und Werkzeugverschleiß.
- Sonderkosten: Gebühren für Genehmigungen oder spezielle Mietgeräte.
2. Der kalkulatorische Stundenverrechnungssatz
Viele Kunden erschrecken bei Sätzen von 60, 80 oder 100 Euro pro Stunde. Als Inhaber müssen Sie jedoch wissen, dass der Bruttolohn des Mitarbeiters nur einen kleinen Teil ausmacht.
- Produktive Stunden: Ein Jahr hat ca. 250 Arbeitstage, aber nach Abzug von Urlaub, Krankheit und Fortbildung bleiben oft nur ca. 1.500 Stunden übrig, die tatsächlich fakturiert werden können.
- Deckungsbeitrag: Jede verrechnete Stunde muss einen Teil der Fixkosten mittragen.
3. Wagnis und Gewinn
Eine Kalkulation ist keine Wohltätigkeitsveranstaltung.
- Gewinn: Er dient der Eigenkapitalbildung und zukünftigen Investitionen.
- Wagnis: Ein Puffer für unvorhergesehene Komplikationen (z.B. Materialfehler oder Verzögerungen am Bau), damit ein einziges schwieriges Projekt nicht die Existenz bedroht.
Warum Präzision heute wichtiger ist denn je:
- Materialpreis-Schwankungen: In Zeiten volatiler Rohstoffpreise müssen Angebote befristet oder mit Gleitklauseln versehen werden.
- Transparenz gegenüber Banken: Für Kredite oder Leasingverträge müssen Sie Ihre Deckungsbeiträge genau kennen.
- Wettbewerbsfähigkeit: Wer zu teuer ist, bekommt den Auftrag nicht; wer zu billig ist, arbeitet sich in den Ruin.
Merksatz: Umsatz ist Eitelkeit, Gewinn ist Vernunft und Cash (Liquidität) die Realität.
Mehr Fachinformationen zum Thema hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM
Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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