Wer als Handwerker seine Material- und Arbeitskosten nicht kennt, arbeitet defizitär

1. Die Falle der "Eben-mal-schnell"-Kalkulation

 

Viele Handwerker kalkulieren aus dem Bauch heraus oder orientieren sich an den Preisen der Konkurrenz. Das Problem:

 

  • Individuelle Fixkosten: Jeder Betrieb hat andere Fixkosten (Miete für die Werkstatt, Leasingraten für Fahrzeuge, Versicherungen, Software). Was für den Kollegen rentabel ist, kann für Sie ein Minusgeschäft sein.
  • Verschnitt und Kleinteile: Oft werden nur die Hauptmaterialien berechnet. Schrauben, Dichtungen, Kleber oder Schmiermittel – das "Kleinvieh" macht in der Summe massiven Mist.

2. Der unterschätzte Faktor Zeit (Arbeitskosten)

 

Arbeitskosten sind mehr als nur der Stundenlohn des Gesellen. Wer hier defizitär arbeitet, übersieht meist:

 

  • Lohnnebenkosten: Der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.
  • Unproduktive Zeiten: Rüstzeiten, Fahrten zum Baumarkt, Beladen des Fahrzeugs, Dokumentation und Gewährleistungsfälle. Diese Stunden müssen über die produktiven Stunden mitfinanziert werden.
  • Wagnis und Gewinn: Ein Handwerkerpreis sollte nicht nur die Kosten decken, sondern auch Rücklagen für Investitionen und ein Polster für schlechte Zeiten bilden.

3. Die Materialpreis-Volatilität

 

Seit 2021 haben wir gesehen, wie schnell Materialpreise (Holz, Stahl, Dämmstoffe) explodieren können.

 

  • Wer mit veralteten Preislisten arbeitet, zahlt beim Einkauf drauf, noch bevor der erste Hammerschlag getan ist.
  • Ohne eine saubere Nachkalkulation merkt der Betrieb erst am Jahresende beim Steuerberater, dass er trotz voller Auftragsbücher Geld verloren hat.

Die Lösung: Transparenz schaffen

 

Um profitabel zu bleiben, sind drei Schritte unerlässlich:

 

1.     Die Vorkalkulation errechnet den individuellen Stundenverrechnungssatz zur Deckung aller Kosten

2.     Die Echtzeit-Erfassung arbeitet mit digitaler Zeit- und Materialerfassung pro Projekt und gibt den aktuellen Überblick

3.     Die Nachkalkulation vergleicht Soll mit Ist nach Abschluss und zeigt, wo was verdient oder nicht verdient wurde

 

Merkspruch: Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Erst wenn alle Kosten (auch die versteckten) gedeckt sind beginnt die Arbeit, sich zu lohnen.

 

Mehr Fachinformationen zum Thema hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM

 

Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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