Kontrollen im Handwerksbetrieb verhindern, dass Kostenfresser Gewinne schlucken

1. Der Kalkulations-Check: „Echt“ vs. „Geplant“

 

Viele Betriebe kalkulieren mit veralteten Stundensätzen oder Pauschalen, die die aktuelle Inflation bei Material und Energie nicht berücksichtigen.

 

  • Nachkalkulation: Vergleichen Sie bei jedem abgeschlossenen Projekt die geplanten Stunden mit den tatsächlich geleisteten. Wo gab es Abweichungen?
  • Soll-Stundensatz: Deckt Ihr Verrechnungssatz wirklich alle Gemeinkosten (Miete, Versicherungen, Fuhrpark) plus einen Gewinnanteil ab?
  • Kleinmaterial-Pauschale: Werden Kleinteile (Schrauben, Dübel, Dichtungen) oft vergessen? Eine pauschale Aufmischung auf jede Rechnung verhindert, dass Kleinvieh den Mist (und den Gewinn) macht.

2. Der Prozess-Check: Die „unproduktive“ Zeit

 

Zeit ist im Handwerk die teuerste Ressource. Jede Minute, in der Ihr Team nicht direkt am Kundenauftrag arbeitet, kostet Geld.

 

  • Rüstzeiten & Logistik: Wie lange dauert das Beladen der Fahrzeuge morgens? Fehlt oft Material auf der Baustelle, sodass jemand extra zum Großhandel fahren muss?
  • Fahrzeiten-Optimierung: Werden die Touren geografisch sinnvoll geplant?
  • Baustellenvorbereitung: Sind alle Informationen (Pläne, Ansprechpartner, Besonderheiten) digital für die Mitarbeiter vor Ort verfügbar, um Rückfragen zu vermeiden?

3. Der Material- & Lager-Check

 

Totes Kapital im Lager oder Schwund auf Baustellen schmälert die Liquidität.

 

  • Bestandsaufnahme: Liegen Ladenhüter im Regal, die seit zwei Jahren nicht angefasst wurden?
  • Einkaufskonditionen: Wann haben Sie das letzte Mal Preise bei verschiedenen Lieferanten verglichen? Nutzen Sie Skonti bei der Bezahlung?
  • Verschnitt und Abfall: Wird Materialverschwendung auf der Baustelle dokumentiert und analysiert?

4. Der Fuhrpark-Check

 

Die „rollende Werkstatt“ ist einer der größten Fixkostenblöcke.

 

  • Verbrauch & Wartung: Werden die Fahrzeuge pfleglich behandelt? Hoher Verschleiß durch unvorsichtige Fahrweise ist ein vermeidbarer Kostenfaktor.
  • Auslastung: Brauchen Sie wirklich jeden Transporter in der aktuellen Größe, oder tut es für kleinere Wartungsaufträge auch ein kleineres, sparsameres Fahrzeug?

Strategische Maßnahmen zur Gewinnsteigerung:

 

1.     Digitalisierung: Zeiterfassung per App statt Stundenzettel ermöglicht exaktere Abrechnung mit weniger Büroaufwand

2.     Material: Just-in-time Lieferung zur Baustelle erzeugt weniger Lagerhaltungskosten & Suchzeiten

3.     Personal: Erfolgsbeteiligung bei Materialeinsparung generiert Motivation zur Kostenvermeidung

4.     Vertrieb: Fokus auf margenstarke Leistungen bringt höhere Gewinne pro Arbeitsstunde

 

Wichtig:

 

Kosten senken bedeutet nicht „Sparen um jeden Preis“. Wer an der Qualität des Werkzeugs oder der Ausbildung spart, zahlt später durch Gewährleistungsfälle und Fachkräftemangel doppelt drauf.

 

Mehr Fachinformationen zum Thema hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM

 

Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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