Die Kernprobleme der Kalkulation
- Festpreisbindung: Viele öffentliche und private Auftraggeber bestehen auf Festpreisverträgen. Steigen die Energiekosten während der Bauphase, schmilzt die kalkulierte Gewinnmarge oft komplett dahin.
- Energieintensive Baustoffe: Die Herstellung von Zement, Ziegeln und Stahl ist extrem energieabhängig. Preissteigerungen bei Strom und Gas werden von den Herstellern oft mit nur wenigen Tagen Vorlauf an die Bauunternehmen weitergegeben.
- Logistik & Fuhrpark: Schwankende Dieselpreise belasten die Kalkulation von Erdarbeiten und Materialtransporten massiv.
Lösungsansätze und Strategien
Um das Risiko zu minimieren, rücken moderne Vertrags- und Kalkulationsmodelle in den Fokus:
1. Stoffpreisgleitklauseln (SPGK)
Dies ist das wichtigste Werkzeug. Hierbei vereinbaren Auftraggeber und Auftragnehmer, dass sich der Vertragspreis anpasst, wenn die Preise für bestimmte Stoffe (oder Energie) um einen gewissen Prozentsatz steigen oder fallen.
- Vorteil: Risikoaufteilung zwischen beiden Parteien.
- Herausforderung: Erfordert eine transparente Dokumentation der Preisindizes (z. B. durch das Statistische Bundesamt).
2. Kürzere Bindefristen
Unternehmen verkürzen die Gültigkeit ihrer Angebote massiv. Statt der früher üblichen 3 bis 6 Monate sind Angebote heute oft nur noch 14 Tage oder weniger gültig, um auf Marktveränderungen reagieren zu können.
3. "Just-in-Time" vs. Lagerhaltung
Während früher "Just-in-Time" das Ziel war, gehen viele Unternehmen dazu über, energieintensive Materialien bei Vertragsschluss sofort zu kaufen und einzulagern, um den Preis zu sichern. Das erfordert jedoch eine hohe Liquidität.
4. Digitales Controlling & Echtzeit-Kalkulation
Statische Excel-Tabellen reichen oft nicht mehr aus. Moderne Bausoftware ermöglicht es, Preisänderungen sofort in alle laufenden Projekte einzuspielen, um bei Nachträgen oder neuen Phasen sofort gegenzusteuern.
Zusammenfassung der Hebel:
Maßnahme Wirkung Schwierigkeit
Gleitklauseln Direkte Absicherung Hoch (Verhandlungssache) gegen Preisspitzen
Materialbevorratung Preisgarantie durch frühen Mittel (Kapitalbindung)
Kauf
Energieeffizienz Senkung Grundverbrauch Hoch (Investitionskosten)
Risikozuschläge Puffer in der Kalkulation Gering (Wettbewerbsfähigkeit)
Fazit:
Die größte Herausforderung bleibt die Akzeptanz bei den Bauherren. Während die öffentliche Hand (z. B. bei Bundesfernstraßen) teils flexibler geworden ist, scheuen private Häuslebauer oft das Risiko variabler Preise.
Mehr Fachinformationen zum Thema hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM
Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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