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Wer seine Material- und Arbeitskosten als Bauunternehmer nicht kennt, arbeitet defizitär

1. Die Falle der "Sowieso-Kosten" und Zeitfresser

 

Materialkosten sind oft noch greifbar, aber bei den Arbeitskosten entstehen die größten Defizite.

 

  • Lohnnebenkosten: Viele unterschätzen den Unterschied zwischen dem Bruttostundenlohn und den tatsächlichen Kosten pro Leistungsstunde (inkl. Urlaub, Lohnfortzahlung, Sozialversicherung).
  • Unproduktive Zeiten: Rüstzeiten, Fahrten zum Baumarkt oder Wartezeiten auf der Baustelle müssen eingepreist sein. Wenn ein Trupp 8 Stunden auf der Baustelle ist, aber nur 5 Stunden verbaut, muss der Stundensatz dies decken.

2. Materialpreis-Dynamik

 

In Zeiten schwankender Rohstoffpreise ist eine statische Kalkulation gefährlich.

 

  • Einkauf vs. Angebot: Wenn zwischen Angebotserstellung und Ausführung Monate liegen, können Preissteigerungen bei Stahl, Holz oder Dämmstoffen die gesamte Marge auffressen.
  • Verschnitt und Bruch: Wer nur die Netto-Fläche berechnet und nicht den branchenüblichen Verschnitt einplant, zahlt am Ende drauf.

3. Deckungsbeitrag und Fixkosten

 

Ein fataler Fehler ist es, nur die direkten Kosten zu decken. Ein Bauunternehmer muss wissen:

 

  • Wie hoch sind meine Gemeinkosten (Miete für den Lagerplatz, Leasingraten für Maschinen, Büro-Software, Versicherungen)?
  • Jede Arbeitsstunde muss einen Teil dieser Fixkosten mittragen. Ohne diese Umlegung arbeitet man "für die Galerie".

Strategien gegen das Defizit

 

Um profitabel zu bleiben, sind drei Werkzeuge unerlässlich:

 

Nachkalkulation: Den Soll-Zustand (Angebot) mit dem Ist-Zustand (tatsächliche Kosten) vergleichen, um Fehler für das nächste Mal zu vermeiden.

 

Controlling: Laufende Überwachung der Stunden auf der Baustelle (z.B. per App), um bei Zeitüberschreitungen sofort gegenzusteuern.

 

Wagnis & Gewinn: Ein bewusster Aufschlag für unvorhergesehene Risiken, damit nicht jede kleine Verzögerung sofort zum Verlust führt.

 

Fazit:

 

Ein Bauunternehmer ist nicht nur Handwerker, sondern primär Kaufmann. Wer seine Zahlen nicht beherrscht, wird früher oder später von der Konkurrenz überholt, die ihre Margen präzise schützt.

 

Mehr Fachinformationen zum Thema hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM

 

Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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