1. Transparente Bedarfsermittlung statt Bauchgefühl
Problem: Überbestände entstehen oft durch Sicherheitsdenken oder fehlende Planung.
Lösungen:
- Materialbedarf projektbezogen aus Leistungsverzeichnissen, Stücklisten und Erfahrungswerten ableiten
- Trennung von:
-
- Projektmaterial (baustellenbezogen)
- Standardmaterial (regelmäßig benötigt)
- Verbrauchsdaten der letzten 6–12 Monate auswerten
Ergebnis: realistische Mengen statt pauschaler Sicherheitsaufschläge
2. Mindest- und Meldebestände definieren
Ziel: Versorgungssicherheit ohne Überlagerung
- Für häufig genutzte Materialien:
-
- Mindestbestand (Notreserve)
- Meldebestand (Zeitpunkt der Nachbestellung)
- Lieferzeiten der Händler realistisch berücksichtigen
- Saisonale Schwankungen (z. B. Rohbau vs. Innenausbau) einplanen
3. Lagerbestand systematisch reduzieren
Typische Kostentreiber im Lager:
- Kapitalbindung
- Platzbedarf
- Schwund, Beschädigung, Veralterung
Maßnahmen:
- Langsam drehende Materialien identifizieren („Ladenhüter“)
- Altbestände abbauen, zurückgeben oder projektbezogen verbrauchen
- Einheitliche Materialien und Fabrikate bevorzugen
4. Baustellenlogistik verbessern
- Material just-in-time oder abschnittsweise liefern
- Direktanlieferung auf die Baustelle statt Zentrallager
- Klare Zuständigkeiten: Wer bestellt, wer prüft, wer bucht?
= Weniger Umlagerungen = weniger Verluste
5. Digitale Hilfsmittel nutzen (auch in kleinen Betrieben)
Bereits einfache Lösungen bringen Mehrwert:
- Mobile Lagerbuchungen per Smartphone
- Verknüpfung von:
-
- Auftrag → Materialbedarf → Bestellung → Lager
- Warnhinweise bei Unterschreitung von Meldebeständen
6. Lieferanten strategisch einbinden
- Rahmenverträge mit kurzen Lieferzeiten
- Abrufbestellungen statt Vollbevorratung
- Konsignationslager (Material bleibt Eigentum des Lieferanten)
7. Kennzahlen zur Steuerung einsetzen
- Lagerumschlagshäufigkeit
- Durchschnittlicher Lagerwert
- Materialkosten pro Auftrag
- Abschreibungen durch Schwund/Veralterung
Was nicht gemessen wird, lässt sich nicht verbessern.
Fazit:
Eine bedarfsgerechte Materialplanung im Bauhandwerk bedeutet:
- weniger gebundenes Kapital
- niedrigere Lagerkosten
- höhere Termintreue auf der Baustelle
- mehr Liquidität für das Kerngeschäft
Mehr Fachinformationen zum Thema hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM
Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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