Diese Unsicherheit erschwert die Kalkulation von Angeboten massiv, da Handwerksbetriebe oft Monate im Voraus Preise garantieren müssen, während die eigenen Einkaufspreise fast täglich schwanken können.
Die Kernprobleme für Betriebe
- Kalkulationsrisiko: Bei Festpreisverträgen trägt der Handwerker das volle Risiko. Steigen die Materialpreise nach Vertragsschluss, schrumpft die Marge oder das Projekt wird zum Verlustgeschäft.
- Angebotsgültigkeit: Klassische Bindefristen von 30 oder 90 Tagen sind bei volatilen Märkten kaum noch haltbar.
- Liquiditätsbelastung: Hohe Preise fordern mehr Kapital für den Wareneinkauf, was die Liquidität des Betriebs unter Druck setzt.
Strategien zur Sicherung der Planung
Um die Planungsunsicherheit zu minimieren, setzen erfolgreiche Betriebe derzeit auf folgende Instrumente:
1. Vertragliche Absicherung
- Stoffpreisgleitklauseln: Diese ermöglichen es, den Preis im Nachhinein anzupassen, falls die Einkaufspreise um einen bestimmten Prozentsatz (z. B. >5%) steigen oder fallen. Wichtig: Diese müssen rechtssicher und individuell vereinbart werden.
- Verkürzte Bindefristen: Angebote werden nur noch für wenige Tage oder sogar "freibleibend" abgegeben.
2. Strategische Beschaffung
- Vorgezogener Materialeinkauf: Sobald der Auftrag erteilt ist, wird das Material bestellt und eingelagert, um den aktuellen Preis zu sichern. Dies erfordert jedoch Lagerkapazitäten und Liquidität.
- Anzahlung durch Kunden: Um den frühen Materialeinkauf zu finanzieren, werden Abschlagszahlungen direkt nach Vertragsunterzeichnung vereinbart.
3. Digitale Preiskontrolle
- Einsatz von Software zur Überwachung der Marktpreise und automatisierten Nachkalkulation, um Trends frühzeitig zu erkennen.
Aktueller Ausblick 2026 ff.
Prognosen für 2026 ff. deuten auf eine moderate Preissteigerung von etwa 2,5 % hin. Während die extremen Preissprünge vorbei scheinen, sorgen geopolitische Spannungen und steigende Lohnkosten weiterhin für Unruhe. Eine Rückkehr zum Preisniveau von 2019 ist nicht in Sicht.
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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)
Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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