Handwerker, die über Wettbewerber klagen, meinen damit meist ihre mangelnden Ideen

1. Die Vergleichbarkeits-Falle

 

Wer über Wettbewerber klagt, macht sich meist mit ihnen vergleichbar. Wenn ein Betrieb genau das Gleiche anbietet wie der Nachbarbetrieb (z. B. „Standard-Badsanierung“), entscheidet am Ende nur der Preis.

 

  • Mangelnde Idee: Keine Spezialisierung auf eine Nische (z. B. barrierefreie Luxusbäder oder ökologische Dämmstoffe).
  • Die Folge: Man gerät in einen Preiskampf, den man nur durch Klagen über die „Preisdrücker“ verarbeiten kann.

2. Service als vergessenes Produkt

 

Oft wird vergessen, dass das Handwerk nicht nur aus der handwerklichen Tat besteht, sondern aus einem Gesamtpaket.

 

  • Mangelnde Idee: Fehlende digitale Prozesse (Online-Terminbuchung), schlechte Erreichbarkeit oder unsauberes Auftreten auf der Baustelle.
  • Die Realität: Kunden sind oft bereit, mehr zu zahlen, wenn der Prozess stressfrei ist. Wer das nicht bietet, verliert gegen den, der es tut – und schiebt es auf den Wettbewerb.

3. Fachkräftemangel vs. Attraktivität

 

Viele Handwerker klagen, dass die Konkurrenz ihnen die Mitarbeiter „wegfischt“.

 

  • Mangelnde Idee: Ein veraltetes Führungsverständnis. Innovative Betriebe punkten mit flexiblen Arbeitszeiten (z. B. 4-Tage-Woche), moderner Ausrüstung oder einer starken Unternehmenskultur.
  • Die Erkenntnis: Nicht die Konkurrenz ist das Problem, sondern das eigene auswechselbare Arbeitgeberprofil.

4. Marketing ist mehr als ein Logo auf dem Auto

 

Wer klagt, dass „keine guten Aufträge“ reinkommen, verlässt sich oft noch auf Mundpropaganda von gestern.

 

  • Mangelnde Idee: Keine aktive Kundengewinnung über soziale Medien oder eine professionelle Website.
  • Der Effekt: Man bekommt nur die Reste ab, die bei den innovativen Betrieben durch das Sieb gefallen sind.

Fazit:

 

Klagen ist die einfachste Form der Kapitulation vor der eigenen Komfortzone. Wer eine klare Positionierung und kreative Lösungen für Kundenprobleme hat, für den existiert der „Wettbewerb“ oft nur noch auf dem Papier, weil er in einer eigenen Liga spielt.

 

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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

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