Nachwuchs sollte lernen, die Chancen von Arbeitsplätzen im Handwerk wertzuschätzen

Aktuelle Zahlen und Berichte zeigen:

 

  • Rund 200.000 offene Stellen im gesamten Handwerk (Stand Ende 2025, Tendenz weiter steigend)
  • Jährlich bleiben ca. 20.000 Ausbildungsplätze unbesetzt
  • Über 83 % der Unternehmen erwarten in den kommenden Jahren negative Auswirkungen durch Arbeits- und Fachkräftemangel (DIHK-Fachkräftereport 2025/2026)

Viele Jugendliche entscheiden sich immer noch automatisch für den akademischen Weg, oft aus Prestigegründen, weil Eltern/Umfeld das Abi + Studium als „die bessere Option“ darstellen oder weil Handwerksberufe in der öffentlichen Wahrnehmung als anstrengend, schmutzig oder schlechter bezahlt gelten.

 

Was das Handwerk wirklich bietet (und was Jugendliche oft unterschätzen):

 

  • Sehr hohe Übernahmechancen → fast jeder gute Azubi wird übernommen
  • Gute Verdienstmöglichkeiten nach der Ausbildung (vor allem mit Meister oder Spezialisierung) – in vielen Gewerken mittlerweile auf Augenhöhe oder besser als viele Bachelor-Abschlüsse
  • Krisensichere Jobs. Das Handwerk wird von KI & Automatisierung viel weniger bedroht als viele Bürojobs
  • Sinnhaftigkeit & direktes Ergebnis → man sieht sofort, was man geschaffen hat (Häuser, Bäder, Möbel, Autos repariert, Menschen geholfen)
  • Karrierewege bis hin zu eigenem Betrieb, Führungskraft, Spezialist (z. B. Energieberater, Smart-Home-Installateur, Restaurator …)
  • Aktuell besonders gefragt durch Energiewende, Wohnungsbau, Sanierungswelle, Alterung der Gesellschaft: Elektriker, Anlagenmechaniker SHK, Zimmerer, Dachdecker, Metallbauer, KFZ-Mechatroniker u.v.m.

èTrotzdem bleibt das Image-Problem: Viele junge Menschen kennen die realen Chancen gar nicht, weil in Schulen und Familien das Studium immer noch als Königsweg gilt.

 

Was könnte helfen, damit Nachwuchs die Chancen wirklich wertschätzt?

 

  • Frühzeitige, ehrliche Berufsorientierung (Praktika ab Klasse 7/8, die Spaß machen und nicht nur „Kaffee kochen“ sind)
  • Influencer & Social Media (TikTok, Instagram) mit echten Handwerkern, die gutes Geld verdienen, coole Projekte zeigen und realistisch erzählen
  • Wertschätzung im Betrieb zeigen: Gute Ausbildungsvergütung, moderne Arbeitskleidung, Weiterbildung, respektvoller Umgang – viele Azubis brechen ab, weil sie sich nicht wertgeschätzt fühlen
  • Gesellschaftlich das Narrativ ändern: Handwerk = Zukunftssicherheit + Kreativität + gutes Leben statt „Plan B, wenn Studium nicht klappt“

Fazit:

 

Das Handwerk ist aktuell eine der attraktivsten und zukunftssichersten Branchen, aber der Nachwuchs muss das erst einmal richtig begreifen und wertschätzen lernen. Sonst stehen in 5–10 Jahren viele Betriebe vor dem Aus, weil einfach niemand mehr da ist, der die Arbeit macht.

 

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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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