Handwerksbetriebe sollten sich aktiv um Nachwuchs bemühen und ihm ihre Stärken zeigen

Trotz leichter Zuwächse bei Ausbildungsverträgen in manchen Regionen bleiben viele Plätze unbesetzt, während gleichzeitig zahlreiche Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden. Das ist ein klares Signal: Passives Warten funktioniert nicht mehr.

 

Warum aktives Bemühen unverzichtbar ist:

 

  • Der Wettbewerb um die Generation Z ist hart – sie hat viele Alternativen (Studium, Gap Year, andere Branchen).
  • Viele junge Menschen haben ein veraltetes Bild vom Handwerk („dreckig, anstrengend, schlecht bezahlt, wenig Zukunft“).
  • Wer heute keine Azubis ausbildet, hat in 3–4 Jahren massive Probleme bei der Auftragsabwicklung und Betriebsübergabe.

Die größten Stärken des Handwerks, die man viel offensiver zeigen sollte:

 

  • Sehr gute Verdienstmöglichkeiten (später oft deutlich über viele Akademiker-Jobs)
  • Hohe Job-Sicherheit & krisenfeste Branche
  • Schneller Aufstieg möglich (Geselle → Meister → selbstständig in wenigen Jahren)
  • Abwechslungsreiche, sinnstiftende Arbeit mit sichtbarem Ergebnis
  • Moderne Technologien (Drohnen, 3D-Druck, smarte Gebäudetechnik, E-Mobilität, Energiewende)
  • Gute Work-Life-Balance in vielen Betrieben (kein Schichtdienst, oft freitags früher Schluss)
  • Hohe Übernahmequote und echte Perspektive auf Übernahme / Selbstständigkeit

Praktische Maßnahmen, die 2026 wirklich funktionieren. Hier eine Übersicht über die wirksamsten Hebel:

 

1. Authentische Einblicke zeigen (am wichtigsten!)


Kurze Videos (TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts): Azubis filmen ihren Alltag, lustige Momente, fertige Projekte, Gehalt, Firmen-Events. „Ein Tag als Azubi bei uns“ schlägt jede Hochglanz-Anzeige.

 

2. Früh und persönlich ansprechen


Kooperationen mit Schulen: Praktika ab Klasse 8/9, Schnuppertage, Werkstatttage, „Azubi für einen Tag“, Schul-Rallyes oder Makerspace-Workshops.

 

3. Employer Branding aufbauen

 

Eigene Azubi-Storys, Benefits klar kommunizieren (z. B. Firmen-Smartphone, Führerscheinzuschuss, Teamevents, Fitness-Zuschuss, 4-Tage-Woche-Modelle testen). Werden Sie zur Marke, die man „cool“ findet.

 

4. Bewerbungshürden radikal senken


60-Sekunden-Bewerbung per WhatsApp/Video, Chat statt Anschreiben, schnelle Rückmeldung (innerhalb 48 h).

 

5. Netzwerk & Empfehlungen nutzen


Azubis und Mitarbeiter als Botschafter einsetzen → Prämien für erfolgreiche Empfehlungen. Viele der besten Azubis kommen heute über bestehende Mitarbeiter.

 

6. Digitale Sichtbarkeit


Aktiv auf TikTok + Instagram (nicht nur Facebook), Google-Unternehmensprofil optimieren, Azubi-Stellen auf spezialisierten Plattformen (Handwerkskammer-Börse, Azubi.de, Lehrstellenbörse der BA) und auf der eigenen Website prominent platzieren.

 

7. Retention nicht vergessen


Gute Ausbildungsqualität, wertschätzende Kultur, regelmäßiges Feedback und echte Perspektiven (Meisterförderung, Zusatzausbildungen) sorgen dafür, dass die Azubis bleiben und später selbst zu Multiplikatoren werden.

 

Fazit:

 

Handwerksbetriebe, die auch 2026 noch erfolgreich sein wollen, müssen vom „Wir warten, bis sich jemand bewirbt“ auf „Wir werben aktiv und verkaufen unsere Ausbildung“ umschalten. Wer die Stärken des Handwerks heute nicht zeigt, verliert den Wettbewerb um die besten Köpfe gegen Industrie, Dienstleister und Studium.

 

Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM

 

Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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