Dieser stellt sich wie folgt dar:
- Rund 19.000 betriebliche Ausbildungsplätze blieben 2024/2025 unbesetzt (ca. 18 % aller angebotenen Stellen im Handwerk).
- Insgesamt gibt es im Handwerk schätzungsweise 200.000–250.000 offene Stellen (je nach Quelle und Definition zwischen gemeldeten und tatsächlichen Engpässen).
- Besonders betroffen sind Berufe wie Elektriker, Anlagenmechaniker/SHK (Sanitär-Heizung-Klima), Dachdecker, Kfz-Mechatroniker und viele Bauberufe.
- Viele Betriebsinhaber (oft über 50–55 Jahre) finden keine Nachfolger → Hunderte Betriebe müssen schließen oder werden zwangsweise verkleinert.
- Laut DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 behindert der Mangel bei über 40 % der KMU die Stellenbesetzung; 83 % der Unternehmen erwarten langfristig negative Folgen durch den demografischen Wandel.
Die Ausbildungsverträge im Handwerk entwickelten sich 2025 regional unterschiedlich: In manchen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Teile Sachsens) gab es leichte Zuwächse von 0,8–3 %, bundesweit blieb die Zahl aber eher stabil oder leicht rückläufig. Insgesamt gibt es im Handwerk noch immer deutlich weniger Auszubildende als vor 10–15 Jahren (2024 ≈ 340.000–341.000 Azubis bundesweit, Tendenz langfristig sinkend).
Warum legt das manche Betriebe lahm?
- Volle Auftragsbücher, aber zu wenig Personal → Überstunden, Subunternehmer (teuer), Auftragsablehnung.
- Wartezeiten für Kunden explodieren (teilweise Monate für Heizungsbauer, Dachdecker, Elektriker).
- Energiewende & Sanierungswelle erhöhen den Bedarf massiv – genau dort fehlen aber die Leute am dringendsten.
- Viele ältere Meister gehen in Rente, ohne dass genug junge Menschen nachrücken.
- Folge: Manche Betriebe reduzieren Kapazitäten, geben auf oder können keine großen Projekte mehr stemmen.
Was tun Betriebe und Politik? Viele Handwerksbetriebe setzen inzwischen auf:
- Intensives Social-Media-Recruiting & TikTok/Instagram-Kampagnen
- Höhere Ausbildungsvergütungen & Boni
- Ansprache von Frauen (die im Handwerk noch stark unterrepräsentiert sind)
- Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland
- Kooperationen mit Schulen & bessere Berufsorientierung
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und regionale Kammern fordern weiterhin Bürokratieabbau, mehr Wertschätzung der dualen Ausbildung (Gleichwertigkeit zu Studium) und erleichterte Einwanderung.
Fazit:
Der fehlende Nachwuchs legt tatsächlich manches Unternehmen lahm, vor allem kleinere und mittlere Familienbetriebe in klassischen Handwerksberufen. Ohne deutliche Trendwende beim Nachwuchs wird sich das in den nächsten Jahren noch verschärfen, trotz aller Bemühungen.
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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)
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