Handwerksbetriebe sorgen sich aufgrund geringen Nachwuchses um ihre Zukunft

Zahlen und Trends (Stand 2025/2026):

 

  • Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) spricht von etwa 200.000–250.000 fehlenden Fachkräften im Handwerk (je nach Quelle und Zeitpunkt leicht variierend).
  • Viele zehntausend Ausbildungsplätze bleiben jährlich unbesetzt – 2024/2025 lagen die unbesetzten Lehrstellen bei ca. 18–19 % im Handwerk.
  • Die Zahl der Auszubildenden ist seit den 1990er-Jahren massiv zurückgegangen (von über 600.000 auf ca. 340.000–350.000 bundesweit).
  • Besonders dramatisch: Viele Betriebsinhaber (vor allem Babyboomer) finden keine Nachfolger → Schätzungen gehen von über 100.000–125.000 Betrieben, die in den nächsten Jahren vor der Übergabe stehen und oft keinen geeigneten Übernehmer finden.

Hauptgründe für den geringen Nachwuchs:

 

  • Demografischer Wandel → Weniger junge Menschen insgesamt, viele Babyboomer gehen in Rente.
  • Akademisierung → Starke gesellschaftliche und elterliche Präferenz für Studium statt dualer Ausbildung.
  • Image-Probleme → Handwerk wird von vielen Jugendlichen (und Eltern) immer noch als „anstrengend, schmutzig, schlecht bezahlt“ wahrgenommen – obwohl Einstiegsgehälter und Karrierechancen oft sehr gut sind.
  • Konkurrenz durch andere Branchen (Öffentlicher Dienst, Handel, IT etc.).
  • In manchen Regionen/Berufen zusätzlich: hohe physische Belastung, unsichere Auftragslage oder Bürokratie als Hemmschwelle.

Auswirkungen auf die Betriebe und die Gesellschaft:

 

  • Viele Unternehmen können Aufträge nicht (mehr) annehmen → Wachstum gebremst.
  • Energiewende, Klimaschutz, Digitalisierung und Infrastrukturprojekte können nicht schnell genug umgesetzt werden, weil genau diese Fachkräfte fehlen (SHK, Elektro, Metall, Bauhandwerk etc.).
  • ZDH-Präsident Wollseifer formulierte es 2026 so: „Der Mangel an Nachwuchs bedroht unsere Zukunftsfähigkeit insgesamt – wir brauchen dringend eine Bildungswende.“

Was wird versucht / was könnte helfen?

 

  • Image-Kampagnen („Handwerk ist Hightech“, „Zukunft gestalten mit den Händen“)
  • Gezielte Ansprache von Gymnasiasten und Quereinsteigern (auch Geflüchtete / Zuwanderer)
  • Bessere Vereinbarkeit (moderne Arbeitszeiten, Digitalisierung von Prozessen)
  • Politische Forderungen: Weniger Bürokratie, bessere Entlastung bei Energie-/Stromkosten, stärkere Förderung der dualen Ausbildung
  • Manche Betriebe locken mit Wohnraum, hohen Ausbildungsvergütungen, Firmenwagen schon für Azubis oder sehr guten Übernahmechancen.

Das Handwerk ist systemrelevant. Ohne ausreichend qualifizierten Nachwuchs drohen nicht nur einzelne Betriebe Probleme zu bekommen, sondern ganze Transformationsprojekte (Heizungstausch, Sanierungswelle, E-Mobilität etc.) ins Stocken zu geraten.

 

Fazit:

 

Die Sorge um die Zukunft ist berechtigt und akut, aber es gibt auch Gegenbewegungen und Chancen, wenn Politik, Gesellschaft und Betriebe gemeinsam gegensteuern.

 

Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier: WWW.BAUHERREN-PORTAL.COM

 

Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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