Die Folgen der Unterbesetzung
1. Der Auftragsstau (Backlog)
Ohne genügend qualifizierte Hände verlängern sich die Vorlaufzeiten massiv. Kunden müssen oft Monate auf Termine warten, was zu Unzufriedenheit und im schlimmsten Fall zu Auftragsstornierungen führt. Die Opportunitätskosten sind hier enorm: Man könnte Geld verdienen, hat aber nicht die Ressourcen, um die Nachfrage zu bedienen.
2. Qualitätsverlust durch Zeitdruck
Wenn drei Personen die Arbeit von fünf erledigen müssen, sinkt zwangsläufig die Sorgfalt.
- Flüchtigkeitsfehler: Unter Zeitdruck passieren Montagefehler.
- Nachbesserungen: Fehler führen zu Reklamationen, die wiederum wertvolle Zeit fressen – ein Teufelskreis.
3. "Burnout" der Stammbelegschaft
Die vorhandenen Mitarbeiter müssen die Lücken durch Überstunden schließen. Das führt zu:
- Höherem Krankenstand durch physische und psychische Belastung.
- Einer sinkenden Arbeitsmoral.
- Der Gefahr, dass auch die letzten Leistungsträger kündigen, weil die Belastung dauerhaft zu hoch ist.
Strategische Ansätze zur Kapazitätssteuerung
Wenn man keine neuen Leute findet, muss man die vorhandene Kapazität effizienter nutzen:
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Maßnahme |
Beschreibung |
Ziel |
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Prozessoptimierung |
Digitalisierung von Abnahmen, Zeiterfassung und Materialbestellung. |
Weniger Bürozeit für Handwerker. |
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Vorfertigung |
Teile der Arbeit in die Werkstatt verlagern (modulares Bauen). |
Schnellere Montage vor Ort. |
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Selektive Auftragsannahme |
Nur Aufträge mit hoher Marge oder geringem Komplexitätsgrad annehmen. |
Fokus auf Rentabilität statt Masse. |
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Quereinsteiger-Modelle |
Anlernen von Hilfskräften für repetitive Aufgaben. |
Entlastung der Top-Fachkräfte. |
Fazit:
In der Theorie regelt der Preis den Markt, aber im Handwerk stehen Betriebe vor dem Problem, dass sie die Lohnsteigerungen eins zu eins an die Kunden weitergeben müssen. Irgendwann ist die Schmerzgrenze erreicht, bei der sich Privatkunden die Dienstleistung schlicht nicht mehr leisten können oder wollen.
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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)
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