Der Mangel an Auszubildenden führt im Handwerk zu großen Nachwuchssorgen

Aktuelle Lage (2025/2026):

 

  • Laut verschiedenen Berichten (u. a. Berufsbildungsbericht 2025, ZDH und BIBB-Analysen) blieben zuletzt rund 19.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt. Das entspricht etwa 18 % aller angebotenen betrieblichen Ausbildungsstellen.
  • Insgesamt fehlen dem Handwerk schätzungsweise 20.000–25.000 Auszubildende (je nach Quelle und Zeitpunkt), bei gleichzeitig etwa 110.000–250.000 offenen Fachkräftestellen (inkl. Gesellen/Meister).
  • Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Handwerk lag 2025 bei ca. 135.500, ein leichtes Plus von 0,4 % gegenüber dem Vorjahr, entgegen dem bundesweiten Trend (gesamter Ausbildungsmarkt -2,1 %). Trotzdem reicht das nicht aus, um den Bedarf zu decken oder die demografische Lücke zu schließen.
  • Besonders betroffen sind Bereiche wie SHK (Sanitär, Heizung, Klima), Elektro, Bau- und Ausbaugewerbe, Dachdecker, Metall und Teile des Lebensmittelhandwerks.

In manchen Regionen und Betrieben (z. B. Eifel, Sachsen, Dortmund) melden Unternehmen, dass sie kaum oder gar keine geeigneten Bewerbungen mehr erhalten. Selbst Weltmarktführer oder Traditionsbetriebe bleiben ohne Nachwuchs.

 

Wichtigste Ursachen:

 

  • Demografischer Wandel → immer weniger Schulabgänger (jährlich ca. 100.000 weniger als vor 10–15 Jahren).
  • Starker Trend zum Studium → viele Jugendliche bevorzugen Akademisierung, oft aus Image- oder Verdienstgründen (veraltete Vorstellung: „Nur mit Studium verdient man gut“).
  • Image des Handwerks → körperliche Arbeit, frühes Aufstehen, Schmutz, vermeintlich geringere Aufstiegschancen oder schlechtere Bezahlung (obwohl Einstiegsgehälter nach Ausbildung oft sehr solide sind).
  • Passungsprobleme → viele Bewerbungen entsprechen nicht den Anforderungen (fehlende Grundqualifikationen, Motivation, Zuverlässigkeit).
  • Wirtschaftliche Unsicherheit → Auftragslage, Energiepreise, Bürokratie und Kosten drücken; einige Betriebe bilden deshalb vorsichtiger aus.

Mögliche Lösungsansätze:

 

  • Eigene Ausbildung intensivieren und attraktiver gestalten (flexible Arbeitszeiten, 4-Tage-Woche, gute Betreuung, moderne Ausstattung).
  • Aktive Nachwuchswerbung → Social Media (TikTok, Instagram), Azubi-Botschafter, Betriebspraktika, Schulkooperationen.
  • Internationale Auszubildende gewinnen → viele Tausend motivierte junge Menschen aus dem Ausland bewerben sich, aber Bürokratie und Anerkennung von Abschlüssen bremsen.
  • Bessere Rahmenbedingungen → höhere Mindestausbildungsvergütung (2026 +6,2 %, jetzt 724–1.014 € je nach Jahr), mehr Wertschätzung für Handwerksberufe in Gesellschaft & Politik.
  • Wohnprojekte & Zusatzleistungen → z. B. geförderter Azubi-Wohnraum (wie in Dortmund), finanzielle Anreize, Teambuilding.
  • Image-Kampagnen → zeigen, dass Handwerk Zukunftsthemen wie Klimaschutz, Energiewende, Digitalisierung mitbestimmt (und gut bezahlt).

Fazit:

 

Das Handwerk bleibt trotz allem eine sichere, krisenfeste und gut bezahlte Branche mit hervorragenden Übernahmechancen. Wer jetzt eine Ausbildung beginnt, hat oft schon vor dem Abschluss einen festen Job. Viele Betriebe suchen händeringend genau diese Leute.

 

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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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