Warum gewinnen bestimmte Bereiche deutlich mehr Nachwuchs? Die Antwort: es sind genau die Handwerksbereiche, die sich neuen Marktanforderungen öffnen und Zukunftsthemen bedienen, ziehen besonders viele junge Menschen an.
Das sind vor allem:
Klimaberufe / Energiewende-Bereiche (deutlich steigende Azubi-Zahlen)
· Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)
· Elektroniker / Elektrotechniker (mit Fokus auf Smart Home, Photovoltaik, Wärmepumpen)
· Zimmerer
· Dachdecker
· Ofen- und Luftheizungsbauer
· Solarbauer / Erneuerbare-Energien-Techniker
Diese Gewerke profitieren massiv von der Energiewende, dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), der Wärmepumpen-Offensive und der Sanierungswelle.
Hier gibt es:
- Hohe Auftragslage und gute Verdienstaussichten
- Gesellschaftlich anerkannte sinnstiftende und zukunftssichere Tätigkeit
- Oft modernere Arbeitsbedingungen in spezialisierten Betrieben
Im Gegensatz dazu stagnieren oder verlieren viele traditionelle, weniger „grüne“ oder weniger digitalisierte Handwerksbereiche Nachwuchs, trotz teilweise sehr guter Bezahlung.
Aktuelle Beispiele für Gewinner-Bereiche (mit überdurchschnittlichem Zuwachs bei Azubis in den letzten Jahren):
· SHK / Heizungsbau: stark steigend
· Elektro / Gebäudetechnik: stark steigend
· Zimmerer / Holzbauer: steigend
· Dachdecker: steigend
· Metallbauer: teilweise steigend
Was hilft, Auszubildende und Fachkräfte zu gewinnen:
- Sich aktiv den Megatrends öffnen (Energiewende, Digitalisierung, Nachhaltigkeit)
- Moderne Arbeitsbedingungen bieten (geregelte Zeiten, digitale Hilfsmittel, Weiterbildung)
- Sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren (Social Media, TikTok, Instagram, Azubi-Storys)
- Gute Ausbildungsvergütung zahlen (2026 steigt die Mindestvergütung erneut spürbar)
- Sinn und Zukunftsaussichten vermitteln („Du baust die Energiewende mit!“)
Fazit:
Handwerksbetriebe, die sich diesen Themen verschließen und „wie früher“ weitermachen, haben es deutlich schwerer, Nachwuchs zu finden. Wer sich hingegen öffnet und die neuen Marktanforderungen bedient, gewinnt. Und das sowohl bei Auszubildenden als auch bei Gesellen und Meistern. Das ist aktuell einer der entscheidendsten Erfolgsfaktoren im Handwerk.
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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)
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