Ohne junge Fachkräfte geraten immer mehr Handwerksbetriebe ins Straucheln

Aktuelle Zahlen und Entwicklungen (Stand 2025/2026):

 

  • Laut ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) und diversen Berichten sind derzeit etwa 200.000 Stellen im Handwerk unbesetzt.
  • Rund 125.000 Betriebe suchen in den kommenden Jahren einen Nachfolger – bei vielen wird das scheitern, was zu Schließungen führt (nicht immer Insolvenz, oft einfach Aufgabe).
  • Der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 zeigt: 36 % der Unternehmen können Stellen nicht besetzen (Mittelstand sogar >40 %). 83 % der Firmen erwarten in den nächsten Jahren negative Auswirkungen durch den Mangel – der höchste Wert seit Langem.
  • Jährlich bleiben ca. 20.000 Ausbildungsplätze unbesetzt → das Problem verschärft sich von Jahr zu Jahr.
  • In manchen Regionen (z. B. Thüringen) droht bei 25–50 % der Betriebe der Generationswechsel zu scheitern.

Warum geraten so viele Betriebe ins Straucheln?

 

  • Volle Auftragsbücher, aber kein Personal → Aufträge müssen abgelehnt werden, Fristen nicht eingehalten, Qualität leidet.
  • Hohes Durchschnittsalter in vielen Betrieben (viele über 55–60 Jahre) → ohne junge Leute keine Kontinuität.
  • Kombination mit anderen Belastungen: Hohe Energie-/Materialkosten, Bürokratie, schwache Baukonjunktur (2025/2026 besonders im Bau- und Ausbaugewerbe), geringe Investitionsbereitschaft.
  • Folge: Manche Betriebe können nicht mehr wettbewerbsfähig arbeiten, Umsatz stagniert oder sinkt, Liquidität wird eng → im Extremfall Schließung oder Insolvenz.

Insolvenzen im Handwerk sind 2024/2025 gestiegen (teilweise +15–20 % je nach Teilbranche), bleiben aber insgesamt niedriger als in anderen Sektoren. Viele Betriebe „sterben“ leise durch Aufgabe statt spektakulärer Pleite.

 

Positive Ansätze: es gibt Gegenbewegungen:

 

  • Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist 2024/2025 leicht gestiegen (über 131.000).
  • Viele junge Menschen erkennen zunehmend die Vorteile: Gute Verdienste, krisensichere Jobs, Selbstständigkeitsmöglichkeiten, oft bessere Work-Life-Balance als in manchen Bürojobs.
  • Branchen wie SHK (Sanitär/Heizung/Klima), Elektro, Dachdecker profitieren von Energiewende und Wohnungsbau-Bedarf – hier bleibt der Bedarf hoch.

Fazit:

 

Die Aussage der Überschrift trifft den Nagel auf den Kopf. Ohne deutlich mehr junge Menschen, die eine Handwerksausbildung machen (und später auch Meister werden oder Betriebe übernehmen), werden in den nächsten 5–10 Jahren sehr viele traditionsreiche Handwerksbetriebe vom Markt verschwinden, mit Folgen für regionale Versorgung, Ausbildungsplätze und die gesamte Wirtschaft.

 

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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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