Genau hier zeigt sich der Unterschied: Aufgeschlossene, moderne Handwerksbetriebe haben deutlich weniger Probleme, Azubis und Fachkräfte zu finden und zu halten.
Die Gründe dafür:
Attraktive Unternehmenskultur
→ Wertschätzung, flache Hierarchien, Mitspracherecht, faire Fehlerkultur und echtes „Wir-Gefühl“ statt autoritärem „Meister sagt, Lehrling macht“.
Moderne Arbeitsbedingungen
→ Flexible Arbeitszeiten (wo möglich), Home-Office-Anteile bei Planungstätigkeiten, hochwertige Werkzeuge/Ausstattung, Firmenwagen/Smartphone auch privat, Work-Life-Balance (kein Dauer-Überstunden-Kult).
Gute Kommunikation nach außen
→ Aktive Social-Media-Präsenz (Instagram, TikTok, YouTube), Azubi-Vlogs, Baustellen-Storys, offene Türen bei Schnuppertagen – junge Leute sehen: „Hier ist es cool, hier wird nicht nur geschuftet“.
Karriere- und Weiterbildungsperspektiven
→ Klare Wege zum Meister/Geprüften, Spezialisierung (z. B. Smart-Home, Erneuerbare Energien, E-Mobilität), Übernahmechancen oder sogar Beteiligungsmodelle.
Gutes Gehalt & Benefits
→ Faire Ausbildungsvergütung (oft schon ab 1.000 €+), leistungsstarke Tarif- oder übertarifliche Bezahlung, Prämien, Zuschüsse zu Führerschein oder Weiterbildung.
Beispiele aus der Praxis bestätigen das:
Tischler- und Schreinerbetriebe haben oft kaum Probleme mit unbesetzten Plätzen. Viele von ihnen gelten als kreativ, gestalterisch und vergleichsweise „sexy“. Betriebe, die Digitalisierung vorleben, auf Nachhaltigkeit setzen oder explizit Diversität fördern (auch Frauen in „Männerberufen“), bekommen spürbar mehr Bewerbungen.
Kurz gesagt:
Der Markt hat sich gedreht. Früher konnten viele Handwerkschefs sagen „Wer nicht spurt, fliegt“. Heute gilt eher: „Wer nicht aufgeschlossen, fair und modern führt, bekommt irgendwann keine Azubis mehr und verliert die Besten an die Konkurrenz oder die Industrie.“
Fazit:
Wer als Handwerksbetrieb weniger Nachwuchssorgen haben will, muss nicht primär mehr Gehalt zahlen (obwohl das hilft), sondern ein attraktiver Arbeitgeber werden. Das fängt bei der Haltung an und genau das meinen viele Branchenvertreter und Studien, wenn sie von „aufgeschlossenen Betrieben“ sprechen.
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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)
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