Modernes Handwerk gewinnt bei Schulabgängern deutlich an Attraktivität

Positive Entwicklung im Handwerk:


Während die Gesamtzahl neuer Ausbildungsverträge in Deutschland 2025 um etwa 2 % zurückging (rund 476.000 neue Verträge insgesamt), konnte das Handwerk leicht zulegen: Es wurden etwa 135.540 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein minimales Plus von rund 500 Verträgen gegenüber 2024 (Quelle: BIBB-Analyse). In mehreren Regionen (z. B. Bayern +3,2 %) und Berufen (z. B. Bäcker, Fleischer mit starken Zuwächsen) gab es deutliche Zuwächse. Das Handwerk entwickelte sich damit gegen den allgemeinen Trend.

 

Warum gewinnt das (moderne) Handwerk an Appeal?

 

·       Imagewandel weg vom „verstaubten“ Handwerk hin zu moderner, digitaler, nachhaltiger und kreativer Arbeit (z. B. E-Mobilität, Smart-Home-Installationen, 3D-Druck im Bau, ökologische Sanierung). Viele Betriebe präsentieren sich heute mit moderner Firmenkleidung, hochwertigen Fahrzeugen, sauberen Betriebsstätten, flexiblen Arbeitszeiten und klaren Karrierewegen. Das kommt bei der Gen Z an.

 

·       Krisensicherheit & direkte Übernahmechancen: in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und hoher Studienabbruchquoten wirkt eine handwerkliche Ausbildung mit sehr guter Übernahmequote (oft >90 %) und schnellem Einstiegsgehalt attraktiver.

 

·       Hohe Nachfrage nach Fachkräften: Azubis sind in vielen Betrieben echte Mangelware → bessere Verhandlungsposition, höhere Ausbildungsvergütungen in manchen Gewerken und echtes „Willkommen-Gefühl“.

 

·       Kampagnen wie „Handwerk hat Zukunft“, „Sommer der Berufsausbildung“ und regionale Initiativen zeigen Wirkung: Praktika, Ausbildungsbotschafter und Social-Media-Präsenz machen das Handwerk sichtbarer und „cooler“.

 

Aber: Es bleibt herausfordernd


Trotz der leichten Erholung gibt es weiterhin rund 19.000 unbesetzte Ausbildungsplätze im Handwerk (ca. 18 %). Viele Jugendliche fühlen sich nach wie vor schlecht über die Vielfalt der Berufe informiert (über 80 % in manchen Umfragen). Der demografische Wandel (weniger Schulabgänger) und der anhaltende Akademisierungstrend bremsen das Wachstum.

 

Fazit:


Moderne, zukunftsorientierte Handwerksbetriebe sind bei Schulabgängern attraktiver geworden als noch vor Jahren. Wer Digitalisierung, Nachhaltigkeit, gute Work-Life-Balance und klare Perspektiven bietet, hat aktuell sehr gute Chancen, junge Talente zu gewinnen. Wer sich als moderner Arbeitgeber positioniert, profitiert stark von dieser Entwicklung.

 

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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)

 

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