Schulabgänger interessieren sich zunehmend für moderne Handwerksberufe

Die Entwicklung im Einzelnen:

 

  • 2025 wurden im Handwerk 135.540 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, ein leichtes Plus von etwa 500 Verträgen gegenüber 2024.
  • In vielen Regionen (z. B. Hessen +3 %, Bayern +3,2 %, Baden-Württemberg +0,8 %) legten die Neuverträge 2025 sogar deutlicher zu.
  • Zwischen Januar und Juli 2025 waren es bereits über 91.000 neue Verträge im Handwerk (+5,3 % zum Vorjahr, bereinigt sogar +4,6 % gegenüber 2023).

Das klassische Bild vom „staubigen Handwerk“ verliert an Bedeutung:

 

Viele junge Menschen erkennen zunehmend die Kombination aus Krisensicherheit, guter Bezahlung, sinnstiftender Arbeit und moderner Technik. Warum gerade moderne Handwerksberufe attraktiver werden. Junge Leute suchen heute oft Berufe, die:

 

  • Zukunftssicher sind (nicht durch KI vollständig ersetzbar)
  • Technik + Praxis verbinden
  • Mit Energiewende, Digitalisierung und E-Mobilität zu tun haben
  • Gute Verdienstmöglichkeiten + schnelle Selbstständigkeit bieten

Genau hier punkten moderne Handwerksrichtungen:

 

  • Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik → Photovoltaik, Wärmepumpen, Smart Home, Ladeinfrastruktur
  • Mechatroniker/in (auch Kfz-Mechatroniker/in) → Elektromobilität, Automatisierungstechnik, Hochvoltsysteme
  • Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik → Wärmewende, energieeffiziente Gebäudetechnik
  • Informationselektroniker/in → Netzwerke, Smart Building, IoT
  • Elektroniker/in für Automatisierungstechnik → Industrie 4.0, Robotik-Unterstützung

Diese Berufe sind hochtechnisiert, erfordern oft IT-Kenntnisse, Programmierung, App-Steuerung und Diagnose-Software. Genau das spricht technikaffine Schulabgänger an.

 

Weitere Gründe für das wachsende Interesse:

 

  • KI & Automatisierung machen klar: Handwerkliches Können + Problemlösung vor Ort bleibt unverzichtbar.
  • Viele Betriebe bieten inzwischen gute Gehälter (Einstieg oft 2.800–3.500 € brutto, später 4.500–6.000 €+ möglich) und schnelle Aufstiegschancen (Meister, Techniker, Selbstständigkeit).
  • Kampagnen wie „Handwerk kann Zukunft“ („Wir können alles, was kommt“) und moderne Präsentationen in Social Media / Videoplattformen (YoloMio, FUJOUR etc.) erreichen Jugendliche besser.
  • Der Fachkräftemangel führt zu besseren Bedingungen für Azubis (mehr Wertschätzung, bessere Ausbildungsqualität).

Trotzdem bleibt die Lage ambivalent: Es gibt noch immer viele offene Stellen und der demografische Rückgang an Schulabgängern macht es nicht einfacher.

 

Fazit:

 

Der Trend ist real und wächst. Wer technisch interessiert ist, gerne anpackt und nicht nur am Schreibtisch sitzen will, für den sind moderne Handwerksberufe aktuell eine der cleversten Entscheidungen nach der Schule. Die Mischung aus Handwerk, Hightech und guter Perspektive kommt bei immer mehr Abgängern an.

 

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Theo van der Burgt (Geschäftsführer BAUHERRENreport GmbH, 41 564 Kaarst)

 

Kontakt: 021 31-742 789-0 oder 0172-213 26 02 Mail: [email protected]

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