Technisch moderne Handwerksbetriebe haben in der Regel weniger Nachwuchsprobleme

Warum moderne/technisch aufgestellte Betriebe oft leichter Nachwuchs finden. Junge Menschen (Generation Z) wachsen als Digital Natives auf. Sie erwarten:

 

  • moderne Arbeitsmittel (Tablets, Apps, Cloud-Software, Drohnen, 3D-Planung, CNC-Maschinen, BIM usw.) statt nur Hammer und Zettelkram
  • digitale Prozesse (digitale Zeiterfassung, Baustellen-Apps, Online-Kalkulation, Social-Media-Präsenz des Betriebs)
  • ein Arbeitsumfeld, das nicht wie „vor 20 Jahren“ wirkt

Aktuelle Studien (v. a. Bitkom 2025) bestätigen das:

 

  • 54 % der Handwerks-Ausbildungsbetriebe lassen sich inzwischen von ihren Azubis bei der Digitalisierung helfen
  • 44 % setzen digitale Technologien gezielt ein, um Ausbildungsplätze attraktiver zu machen
  • 54 % der Betriebe fürchten, ohne digitale Technologien im Wettbewerb um Fachkräfte zu verlieren
  • 80 % nutzen bereits Social Media & digitale Kanäle für die Azubi-Ansprache

Betriebe, die als „modern“ wahrgenommen werden (gute Website, Instagram/TikTok-Präsenz, digitale Baustellen-Dokumentation, Vier-Tage-Woche, nachhaltige Technik etc.), punkten bei Bewerbern deutlich stärker. Klassische „Papier-und-Bleistift-Betriebe“ haben es dagegen oft sehr schwer, selbst bei guten Löhnen.

 

Beispiele aus der Praxis:

 

  • Elektro-, SHK- und Metallbetriebe mit Smart-Home-Integration, PV-Planungssoftware oder BIM wirken für viele Jugendliche spannender als der klassische „Kabel-verlegen-und-Rohre-biegen“-Betrieb
  • Schreinereien/Tischlereien mit CNC, 3D-Druck und moderner CAD/CAM-Software ziehen eher technikaffine Bewerber an
  • Viele Betriebe berichten: Sobald sie auf Instagram/TikTok zeigen, „wie cool unser Alltag mit Drohne, Tablet & Co. wirklich ist“, steigen die Bewerbungen spürbar

Technisch moderne Handwerksbetriebe haben tatsächlich in der Regel weniger massive Nachwuchsprobleme als vergleichbare Betriebe, die digital und organisatorisch auf dem Stand von 2010 stehen geblieben sind.

 

Die Digitalisierung allein löst den Fachkräftemangel nicht komplett (Demografie, Akademisierung und Image bleiben große Bremsen), aber sie ist inzwischen einer der wirksamsten Hebel, um im Wettbewerb um die wenigen guten Azubis vorne mitzuspielen.

 

Fazit:

 

Wer als Handwerksbetrieb heute attraktiv für junge Leute sein will, kommt an Digitalisierung + moderner Außendarstellung kaum noch vorbei. Die, die das konsequent umsetzen, spüren den Nachwuchsmangel deutlich weniger stark.

 

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