Wie der Mangel die Preise nach oben treibt:
Lohn-Wettbewerb:
Um qualifizierte Gesellen und Meister zu halten oder vom Markt abzuwerben, müssen Betriebe deutlich über Tarif zahlen. Diese höheren Personalkosten fließen direkt in den Stundenverrechnungssatz ein.
Steigende Lohnnebenkosten:
Im Jahr 2026 liegen die Sozialabgaben bei rund 42 %, was besonders das lohnintensive Handwerk belastet. Jeder Euro mehr Bruttolohn kostet den Betrieb effektiv fast das Doppelte.
Effizienzverlust & Opportunitätskosten:
Wenn Stellen unbesetzt bleiben, können Aufträge nicht angenommen werden. Die Fixkosten des Betriebs (Miete, Fahrzeuge, Versicherungen) müssen dann auf weniger "abrechenbare Stunden" verteilt werden, was den Preis pro Stunde für den Endkunden erhöht.
Nachfrageüberhang:
Das Prinzip von Angebot und Nachfrage greift massiv. Bei vollen Auftragsbüchern und wenig Personal können Betriebe "Selektionspreise" aufrufen – sie nehmen nur noch die lukrativsten Aufträge an oder kalkulieren höhere Risikopuffer ein.
Die aktuelle Lage im Handwerk (Stand 2026):
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Faktor |
Auswirkung auf den Preis |
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Fachkräftelücke |
Rund 250.000 offene Stellen bundesweit führen zu Wartezeiten von oft mehreren Monaten. |
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Nachfolge-Problem |
Viele ältere Meister finden keine Nachfolger (das "stille Sterben"). Weniger Betriebe bei gleichbleibendem Bedarf erhöhen den Preisdruck. |
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Mindestlohn |
Die Erhöhung auf 13,90 € (seit Anfang 2026) zieht das gesamte Lohngefüge nach oben, da der Abstand zu Fachkräften gewahrt bleiben muss. |
Fazit:
Der Fachkräftemangel ist längst keine bloße Personalnot mehr, sondern eine Kostenfalle für Verbraucher. Experten prognostizieren, dass handwerkliche Leistungen für Privatpersonen zunehmend zum "Luxusgut" werden könnten, wenn die Produktivität nicht massiv durch Digitalisierung oder KI gesteigert wird.
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