Warum das oft zutrifft:
Im Handwerk (Dachdecker, Elektriker, SHK, Maler, Tischler, Treppenlift-Anbieter etc.) ist der Wettbewerb regional sehr stark von Mund-zu-Mund-Propaganda, Weiterempfehlungen und Google-Bewertungen geprägt. Wer hier dauerhaft sehr gut abschneidet (z. B. 4,8–5,0 Sterne bei 100+ Bewertungen), bekommt überproportional viele Aufträge, oft so viele, dass er sogar Anfragen ablehnen kann.
Das führt zu einem klassischen Teufelskreis:
- Hohe Kundenzufriedenheit → viele Empfehlungen → volle Auftragsbücher → Möglichkeit, nur lukrative/profi-Aufträge anzunehmen
- Volle Auslastung → bessere Preisdurchsetzung → höhere Marge → Investition in Mitarbeiter, Fahrzeuge, Ausbildung, Marketing
- Bessere Ausstattung + motivierte Mitarbeiter → noch höhere Qualität & Termintreue → noch bessere Bewertungen
- Ergebnis: Marktführerschaft im Einzugsgebiet (oft 50–150 km Radius)
Konkrete Beispiele aus der Praxis:
- Lifta (Treppenlifte): Marktführer im deutschsprachigen Raum mit >170.000 verkauften Geräten – wird explizit mit hoher Kundenzufriedenheit in Verbindung gebracht.
- Brillux (Farben/Lacke, stark im Handwerksvertrieb): Positioniert sich als Marktführer, als Direktanbieter und Vollsortimenter und betont genau diese Verbindung: hohe Kundenzufriedenheit → Effizienz → Marktführerschaft.
- Magnetic (diverse Handwerksbereiche): Formuliert es selbst so: „Ziel ist die Marktführerschaft in der Kundenzufriedenheit.“
- Viele regionale „Hidden Champions“ im Handwerk (z. B. bestimmte Dachdecker-Meisterbetriebe, Heizungsbauer oder Elektrofirmen mit 4,9-Sterne-Durchschnitt) sind genau aus diesem Grund Marktführer in ihrer Region, auch wenn sie national unbekannt sind.
Gegenbeispiele & Einschränkungen - es gibt Ausnahmen:
- Manche Betriebe sind Marktführer durch Größe, Preisdumping oder exzellentes Marketing, aber mit nur mittelmäßiger Zufriedenheit (hohe Fluktuation, viele Beschwerden).
- In sehr kleinen Nischen oder ländlichen Gebieten kann man Marktführer sein, ohne dass Zufriedenheit der alleinige Treiber ist (wenig Wettbewerb).
- In Boom-Phasen (z. B. nach 2022–2024 bei Wärmepumpen) waren Auftragsbücher voll, egal wie zufrieden die Kunden wirklich waren.
Realität im deutschen Handwerk - die Aussage ist eine sehr starke Tendenz:
Unter den echt dominanten Handwerksbetrieben einer Region (die, die fast jeder empfiehlt und die oft monatelang im Voraus ausgebucht sind) findet man überproportional häufig solche mit
herausragender Kundenzufriedenheit (gemessen an Bewertungen, Wiederholungsquoten und Empfehlungsrate).
Fazit:
Wer im Handwerk langfristig Marktführer werden oder bleiben will, kommt um konsequente Fokussierung auf Kundenzufriedenheit kaum herum. Der Preis ist wichtig, aber Vertrauen + Zuverlässigkeit + Sauberkeit auf der Baustelle + Kommunikation entscheiden meist das Rennen.
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