Löhne und Gehälter im Handwerk werden mangels Fachkräften ansteigen

Viele Umfragen (z. B. von Handwerkskammern, DIHK und ZDH) zeigen:

 

  • Rund 23–36 % der Betriebe sehen den Mangel an qualifiziertem Personal als zentrale Wachstumsbremse.
  • In bestimmten Gewerken (SHK, Elektro, Dachdecker, Kfz etc.) sind Engpassberufe besonders stark betroffen.
  • Etwa jedes dritte Unternehmen kann Stellen nur teilweise oder gar nicht besetzen.

Dieser Mangel wirkt preistreibend auf die Löhne, weil Betriebe aktiv um Personal konkurrieren müssen, oft auch gegen Industrie, Bauhauptgewerbe oder ausländische Anbieter.

 

Aktuelle Entwicklung der Löhne/Gehälter im Handwerk (2025–2026):

 

  • Durchschnittsgehälter stiegen zwischen 2023 und 2025 in vielen Erhebungen (z. B. kununu Gehaltscheck) um ca. 6–6,5 % (Handwerk von ~40.300 € auf ~42.900 € brutto/Jahr im Durchschnitt).
  • Prognosen für 2026 sehen Fachkräfte im Handwerk (neben Pflege und IT) als klare Gewinner bei der Lohnentwicklung, vor allem in Engpassbereichen wie SHK (Sanitär, Heizung, Klima), Elektro, Kfz und Bauhandwerk.
  • Viele Arbeitgeber zahlen bereits deutlich über Tarif, um Mitarbeiter zu halten oder abzuwerben.

In tarifgebundenen Bereichen gab es moderate, aber spürbare Erhöhungen:

 

  • Kfz-Handwerk (IG Metall): +2,3 % ab Juli 2025, +3,3 % ab August 2026 + Extra für Azubis.
  • Maler- und Lackierer: Stufenweise auf insgesamt ~5,9 % bis Mitte 2026.
  • Baugewerbe (Bauhaupt- und Ausbaugewerbe): Mehrere Stufen mit 4–5 % im Jahr 2025.
  • Viele weitere Handwerkssparten (Metall, Elektro etc.) hatten 2025 Tarifrunden mit 2,5–4 % plus Einmalzahlungen oder freie Tage.
  • Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2026 auf 13,90 €/Stunde (+8,4 % gegenüber 2025), was vor allem untere Lohngruppen im Handwerk anhebt.

Trotz Fachkräftemangel steigen die Löhne nicht überall gleich stark:

 

  • Die Konjunktur im Handwerk ist 2025/2026 schwach bis stagniert (viele Kammerumfragen erwarten nur 0,7–1,7 % nominales Umsatzwachstum → real oft Stagnation oder Rückgang).
  • Lohnkosten sind für viele Betriebe inzwischen das größte Problem (vor Energie und Nachfrage). 47 % nannten sie 2025/2026 als Top-Herausforderung.
  • Viele Inhaber zögern mit weiteren Erhöhungen, weil Margen dünn sind und Kunden Aufträge bei zu hohen Preisen ablehnen.
  • Die Tarifbindung im Handwerk ist niedrig → in vielen (vor allem kleinen) Betrieben gibt es gar keinen Tarifvertrag.

Der Fachkräftemangel treibt die Löhne und Gehälter im Handwerk weiter nach oben, besonders in Engpassberufen und bei leistungsstarken Fachkräften. Der Trend hält 2026 an, solange der Mangel nicht signifikant abnimmt (was derzeit nicht absehbar ist).

 

Allerdings geschieht der Anstieg nicht explosionsartig, sondern moderat und sehr ungleich verteilt:

 

  • Starke Zuwächse → SHK, Elektro, Kfz, spezialisierte Fachkräfte, tariffern zahlende Betriebe.
  • Schwächere oder stagnierende Entwicklung → schlecht ausgelastete Betriebe, Regionen mit weniger Konkurrenz, ungelernte Helfer.

Fazit:

 

Tendenziell steigen die Löhne wegen des Mangels, aber die wirtschaftliche Lage vieler Handwerksbetriebe bremst das Tempo und setzt Grenzen.

 

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Das BAUHERREN-PORTAL ist die Qualitätsplattform der BAUHERRENreport GmbH für das Baugewerbe und das Handwerk, beide vertreten durch Theo van der Burgt (Geschäftsführer)

 

 

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