1. Die fachliche Ebene: Das "Können"
In Deutschland ist der Anspruch an die fachliche Ausführung durch das Meistersystem und strikte DIN-Normen hoch.
- Wirklichkeit: Die technische Qualität der Arbeit ist meistens hervorragend. Wenn der Profi erst einmal auf der Baustelle ist, liefert er in der Regel ein Ergebnis, das funktional und langlebig ist.
- Problem: Fachkräftemangel führt dazu, dass oft unter Zeitdruck gearbeitet wird, was die Fehleranfälligkeit (den "Pfusch") trotz hoher Qualifikation erhöht.
2. Die kommunikative Ebene: Das "Drumherum"
Hier klafft die Schere zwischen Anspruch (Professionalität) und Wirklichkeit oft am weitesten auseinander:
- Erreichbarkeit: Viele Kunden erwarten zeitnahe Rückmeldungen. Die Realität? Volle Auftragsbücher führen dazu, dass Telefone nicht besetzt sind und E-Mails unbeantwortet bleiben.
- Pünktlichkeit: Der "klassische Handwerker-Witz" über das Zeitfenster von 08:00 bis 16:00 Uhr existiert nicht ohne Grund. Hier stimmt die Erwartungshaltung des Kunden (Präzision) oft nicht mit der logistischen Realität des Profis (Stau, Materialverzug) überein.
3. Die wirtschaftliche Ebene: Preis vs. Wert
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Kundenerwartung (Anspruch) |
Realität (Wirklichkeit) |
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Transparente Festpreise |
Unvorhersehbare Materialpreissteigerungen |
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"Alles aus einer Hand" |
Abstimmungsprobleme zwischen verschiedenen Gewerken |
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Schnelle Umsetzung |
Monatelange Vorlaufzeiten |
Warum die Wahrnehmung oft negativ ist
Psychologisch gesehen nehmen wir die 100 Dinge, die funktionieren, als selbstverständlich wahr. Wir behalten aber den einen Termin im Kopf, der nicht eingehalten wurde.
Fazit:
Ein "Profi" definiert sich heute nicht mehr nur über die perfekte Schweißnaht oder die gerade Fliese, sondern über das Erwartungsmanagement. Wer kommuniziert, dass es später wird, hält Anspruch und Wirklichkeit im Gleichgewicht, auch wenn es mal hakt.
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