1. Wahrnehmung und Image des Handwerks
Das Handwerk leidet teilweise unter einem veralteten Image:
- körperlich anstrengend
- geringes Einkommen
- wenig Aufstiegsmöglichkeiten
Demgegenüber stehen jedoch reale Vorteile:
- hohe Arbeitsplatzsicherheit
- frühe Selbstständigkeit durch eigene Leistung
- sichtbare Arbeitsergebnisse
- gesellschaftliche Relevanz (Energie, Bau, Mobilität, Digitalisierung)
èEin modernes Employer Branding ist daher entscheidend, um diese Diskrepanz zu überwinden.
2. Erwartungen junger Menschen an Arbeitgeber
Junge Menschen (Generation Z) legen besonders Wert auf:
- Work-Life-Balance
- Sinnhaftigkeit der Arbeit
- faire Bezahlung
- moderne Arbeitsbedingungen
- Mitbestimmung und Wertschätzung
- digitale Ausstattung
Handwerksbetriebe können hier punkten, wenn sie:
- flexible Arbeitszeiten ermöglichen
- respektvolle Führungskultur pflegen
- Weiterbildung aktiv fördern
- moderne Technik (z. B. CAD, CNC, Smart Tools) einsetzen
3. Ausbildung als Schlüsselrolle
Die duale Ausbildung ist der wichtigste Zugang junger Menschen ins Handwerk. Attraktivitätssteigernd wirken:
- strukturierte Ausbildungspläne
- feste Ansprechpartner (Mentoren)
- überbetriebliche Weiterbildungen
- gute Übernahmechancen
- frühe Verantwortung im Betrieb
èProbleme entstehen, wenn Ausbildung als billige Arbeitskraft statt als Lernprozess verstanden wird.
4. Karriere- und Entwicklungsperspektiven
Ein Vorteil des Handwerks ist die Durchlässigkeit:
- Geselle → Meister → Techniker → Betriebsleiter
- Möglichkeit zur Selbstständigkeit
- Kombination mit Studium (z. B. Handwerksmanagement)
èDiese Perspektiven sind Jugendlichen oft nicht bekannt und müssen aktiv kommuniziert werden.
5. Bedeutung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Moderne Handwerksbetriebe:
- arbeiten mit digitalen Planungstools
- setzen auf energieeffiziente Technologien
- leisten einen Beitrag zur Klimawende (z. B. im Bau- und Elektrohandwerk)
èDamit können sie zentrale Werte junger Menschen ansprechen: Innovation und Nachhaltigkeit.
6. Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität
Handwerksbetriebe können ihre Arbeitgeberattraktivität gezielt verbessern durch:
- Präsenz auf Social Media (Einblicke in den Arbeitsalltag)
- Kooperationen mit Schulen
- Praktika und Schnuppertage
- transparente Löhne
- wertschätzende Unternehmenskultur
- moderne Arbeitskleidung und -räume
Fazit
Die Attraktivität von Handwerksbetrieben für junge Menschen hängt weniger vom Beruf selbst als von den Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und der Außendarstellung ab. Wenn Betriebe moderne Werte leben, Perspektiven aufzeigen und junge Menschen ernst nehmen, kann das Handwerk als Arbeitgeber wieder deutlich an Anziehungskraft gewinnen.
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Das BAUHERREN-PORTAL ist die Qualitätsplattform der BAUHERRENreport GmbH für das Baugewerbe und das Handwerk. Die dazugehörigen Webseiten werden vertreten durch Theo van der Burgt (Geschäftsführer).
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