Viele Betriebe formulieren das in ihrer Philosophie oder auf ihrer Website so:
- „Eine professionelle Umsetzung mit hohem Maß an Genauigkeit und Sorgfalt ist für uns selbstverständlich.“
- „Fachkenntnis, Präzision und Genauigkeit sind im Handwerk selbstverständlich.“
- „Für unsere Kunden zählen maximale Qualität bei Genauigkeit, Robustheit, Funktionalität und Ausführung – und ganz selbstverständlich absolute Termintreue.“
- „Genauigkeit? Selbstverständlich. Wir messen, wir bauen, wir liefern.“
Das ist kein reines Marketing, aber es hat handfeste Gründe:
Rechtliche & normative Grundlage
Nach VOB/B und HOAI (besonders Leistungsphase 5–7) schuldet der Handwerker eine mangel- und toleranzgerechte Ausführung. Abweichungen jenseits der DIN 18202 (Toleranzen im Hochbau) können zu
Mängelansprüchen, Nachbesserungspflicht oder Schadensersatz führen.
Wirtschaftliche Realität
Nacharbeit kostet viel (oft 5–10× mehr als eine saubere Erstausführung). Präzision spart Zeit, Material und Ärger, gerade bei Fachkräftemangel ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Kundenerwartung & Reputation
In Zeiten von Bewertungsportalen, Instagram und Mund-zu-Mund-Propaganda überlebt langfristig nur, wer liefert, was er verspricht, und das Millimeter genau, wenn es drauf ankommt (z. B. bei
Treppen, Küchen, Fliesen, Metallbau, Fenster etc.).
Wettbewerb & Auslandsvergleich
Gerade deutsche und österreichische Handwerksbetriebe positionieren sich international oft genau über diese handwerkliche Präzision („deutsche Wertarbeit“, „Millimeterarbeit“), im Gegensatz zu
Billiglohn- oder Massenfertigungsländern.
Fazit:
Bei guten Handwerksbetrieben ist der Satz keine hohle Phrase, sondern gelebte Realität und Teil des Selbstverständnisses, ähnlich wie Termintreue oder Sauberkeit auf der Baustelle. Wo er nicht
gelebt wird, merkt man das meistens sehr schnell am Ergebnis, an Reklamationen und am Imageschaden.
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