1. Ursachenanalyse: Stillstand sichtbar machen - Ohne Messung keine Steuerung:
- Zeitarten erfassen: produktiv / unproduktiv / Wartezeit
- Typische Ursachen klassifizieren
- fehlendes Material
- fehlende Vorarbeit
- unklare Aufträge
- Wartezeiten beim Kunden
- Werkzeug- oder Maschinenausfall
→ Ergebnis: Transparenz über systematische Engpässe statt Einzelfehler.
2. Arbeitsvorbereitung professionalisieren - viele Stillstände entstehen vor Arbeitsbeginn:
- Standardisierte Arbeitsaufträge (Leistung, Zeitansatz, Material, Ansprechpartner)
- Klare Reihenfolgeplanung (wer macht was wann)
- Baustellencheck vorab (Zugang, Strom, Wasser, Vorleistungen geprüft)
- Pufferzeiten gezielt einbauen, nicht pauschal
èZiel: Monteure arbeiten, statt zu improvisieren.
3. Material- und Logistikmanagement - Fehlteile verursachen Leerlauf auf Baustellen:
- Vorab-Kommissionierung je Auftrag
- Mindestbestände für Standardmaterial
- Liefertermine eng an Bauablauf koppeln
- Verantwortlichkeit festlegen (nicht „irgendwer holt noch schnell was“)
èGrundsatz: Mann wartet nicht auf Material, Material wartet auf Mann.
4. Maschinen- und Werkzeugverfügbarkeit - Technische Stillstände sind planbar:
- Wartungspläne statt Reparaturbetrieb
- Ersatzgeräte für kritische Maschinen
- Einheitliche Werkzeugsets pro Kolonne/Fahrzeug
- Defekte sofort melden (nicht „geht noch irgendwie“)
5. Personaleinsatz und Qualifikation - Fehlqualifikation erzeugt Nacharbeit:
- Passung von Qualifikation und Auftrag
- klare Rollenverteilung (kein Kompetenzchaos)
- kurze tägliche Abstimmung (5–10 Minuten)
- systematische Einarbeitung neuer Mitarbeiter
èWichtig: Stillstand entsteht auch durch Unsicherheit („Was soll ich jetzt machen?“).
6. Kennzahlen zur Steuerung - relevante Kennzahlen:
- Produktivstundenquote
- Stillstandquote
- Nacharbeitsquote
- Materialverfügbarkeitsquote
- Auftragsdurchlaufzeit
Diese Kennzahlen sollten:
- monatlich ausgewertet
- mit Zielwerten versehen
- teambezogen rückgekoppelt werden
7. Wirtschaftlicher Effekt - Beispiel:
Ein Betrieb mit 10 Monteuren hat 1 Stunde Stillstand pro Tag und Mitarbeiter: → 10 h × 220 Arbeitstage = 2.200 h → bei 50 €/h = 110.000 € Ergebnisverlust pro Jahr.
èSchon kleine Verbesserungen haben große Wirkung.
Fazit:
Stillstände sind kein Zufall, sondern ein Organisationsproblem, kein Leistungsproblem der Mitarbeiter. Ergebnisverbesserung entsteht durch bessere Vorbereitung, saubere Abläufe, klare Verantwortung und transparente Kennzahlen.
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