Oft treffen hier zwei Welten aufeinander: Der Handwerker, der im Stress "zwischen Tür und Angel" kalkuliert und vieles als selbstverständlich voraussetzt, und der Kunde, der eine klare Vorstellung vom Ergebnis, aber keine Ahnung vom Prozess hat. Hier sind die drei kritischen Fehlerquellen und wie man sie entschärft:
1. Die "Schwammigkeits-Falle"
Begriffe wie "nach Bedarf", "ca.-Mengen" oder "übliche Vorarbeiten" sind brandgefährlich.
- Das Problem: Der Kunde denkt, alles ist inklusive; der Handwerker denkt, er berechnet den Mehraufwand später extra.
- Die Lösung: Mengengerüste so präzise wie möglich angeben. Statt "Wand streichen", lieber "120 m² Wandfläche in Q3-Qualität nach DIN 18363 grundieren und zweifach deckend streichen".
2. Das "Fachchinesisch-Dilemma"
Handwerker nutzen oft Abkürzungen oder Fachtermini aus der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen).
- Das Problem: Wenn der Kunde nicht versteht, was eine "Hohlkehle" oder "Entkoppelungsmatte" ist, fühlt er sich bei der Rechnung überrumpelt.
- Die Lösung: Ein kurzes Glossar oder – noch besser – eine verständliche Kurzbeschreibung im Angebot ("...um Risse im Fliesenboden zu vermeiden"). Das schafft Vertrauen und rechtfertigt den Preis.
3. Die "Lücken-Taktik" (bewusst oder unbewusst)
Oft fehlen Nebenleistungen wie Schuttentsorgung, Anfahrtskosten oder das Abkleben von Möbeln.
- Das Problem: Diese "versteckten" Kosten treiben die Rechnung am Ende um 15–20 % nach oben. Das sorgt für die klassischen "Abzocke"-Vorwürfe.
- Die Lösung: Eine Sektion "Nicht enthaltene Leistungen". Es ist für beide Seiten hilfreich zu lesen: "Die Entsorgung des Bauschutts erfolgt bauseits durch den Kunden."
Warum das für beide Seiten eine Chance ist:
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Für den Handwerker |
Für den Kunden |
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Rechtssicherheit: Weniger unbezahlte Nachträge. |
Kostensicherheit: Keine bösen Überraschungen am Ende. |
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Professionalität: Ein klares Angebot verkauft sich besser als ein Zettelgeschmiere. |
Vergleichbarkeit: Er weiß genau, ob Angebot A wirklich teurer ist als B. |
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Zeitersparnis: Weniger Rückfragen und Diskussionen am Telefon. |
Vertrauen: Das Gefühl, fachlich gut aufgehoben zu sein. |
Fazit:
Ein gutes Angebot sollte wie ein Kochrezept sein. Jeder, der es liest, muss genau wissen, welche Zutaten reinkommen und wie das Gericht am Ende aussieht.
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