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Defizite in der Planung bedingen Nacharbeiten bei den ausführenden Handwerkern

Darum führen Planungsdefizite so häufig zu Nacharbeiten:

 

Fehlerhafte oder unvollständige Ausführungsplanung (LPH 5 HOAI):

 

Falsche Maße, fehlende Details, unzureichende Koordination zwischen Gewerken (z. B. Heizung trifft auf Lüftung, Elektroinstallation kollidiert mit Tragwerk).

 

Ungenaue Leistungsbeschreibungen / Ausschreibungen:

 

Mengen falsch ermittelt → falsche Kalkulation → spätere Mengenänderungen → Nacharbeiten oder Umplanung vor Ort.

 

Fehlende Abstimmung mit Ausführenden:

 

Klassische Trennung Planung und Ausführung (kein Early Contractor Involvement) → praxisferne Details, die auf der Baustelle nicht umsetzbar sind. Nachträgliche Änderungswünsche des Bauherrn oder Behördenauflagen, die auf Planungsschwächen zurückgehen.

 

Komplexitäts- und Koordinationsprobleme:

 

Bei steigender Technisierung (z. B. BIM-pflichtig, EnEV/GEG, Brandschutz, Barrierefreiheit) nehmen Planungsfehler zu, wenn die Koordination mangelhaft bleibt.

 

Typische Folgen für Handwerksbetriebe:

 

  • Zeitlicher Mehraufwand durch Umbau, Rückbau, Neuverlegung (z. B. falsch geplante Rohrdurchführungen → Stemmarbeiten, Neuabdichtung).
  • Finanzielle Belastung: Viele Nacharbeiten sind nicht oder nur teilweise vergütbar → Deckungsbeitrag sinkt dramatisch.
  • Motivations- und Imageverlust: Handwerker werden oft als „die Schuldigen“ hingestellt, obwohl der Fehler in der Planung lag.
  • Kettenreaktion: Ein Gewerk muss warten → Folgeverzögerungen → Termindruck → höhere Fehlerquote.

Zahlen & Studien (typische Größenordnungen)

 

  • Planungs- und Koordinationsfehler verursachen oft 20–40 % der Nacharbeitskosten im Bauwesen.
  • In manchen Untersuchungen (z. B. zu öffentlichen Bauprojekten) sind bis zu 70–80 % der Nachträge und Kostenüberschreitungen auf Planungsmängel zurückzuführen.
  • Nacharbeitsquote auf Baustellen liegt häufig bei 5–15 % der Bausumme, bei schlechter Planung deutlich höher.

Wie könnte man das Problem entschärfen?

 

  • Frühere Einbindung der Ausführenden (z. B. GU-/NU-Modelle, Early Involvement, BIM-Kollaboration).
  • Bessere Koordination durch Generalplaner oder BIM-Koordinatoren.
  • Qualitätsgates in der Planung (z. B. Vier-Augen-Prinzip, Prüfberichte am Ende jeder Leistungsphase).
  • Digitale Werkzeuge (BIM, Clash Detection, cloudbasierte Planungsabstimmung) – reduzieren Kollisionsfehler um 30–70 %.
  • Klarere Verantwortlichkeiten und bessere Honorarregelungen für gründliche Ausführungsplanung.

Fazit:

 

Die Aussage ist leider bittere Realität und einer der größten Produktivitätskiller im Bauwesen, insbesondere für das ausführende Handwerk. Je früher und je besser geplant wird (idealerweise gemeinsam), desto weniger leidet die Baustelle darunter.

 

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Das BAUHERREN-PORTAL ist die Qualitätsplattform der BAUHERRENreport GmbH für das Baugewerbe und das Handwerk. Die dazugehörigen Webseiten werden vertreten durch Theo van der Burgt (Geschäftsführer).

 

 

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