1. Imageproblem - viele Betriebe präsentieren ihr Gewerk noch immer als
- körperlich belastend
- schlecht bezahlt
- wenig modern
- ohne echte Aufstiegschancen
à Gleichzeitig wird intern häufig über „die faule Jugend“ geklagt, statt das eigene Auftreten zu reflektieren. Für junge Menschen wirkt das abschreckend.
2. Widerspruch zwischen Anspruch und Angebot - Typisch ist:
„Wir finden keine Fachkräfte, aber zahlen können wir auch nicht mehr.“
Das Problem: der Arbeitsmarkt ist kein Arbeitgebermarkt mehr. Wer:
- Flexibilität
- Qualifikation
- Motivation
erwartet, muss auch bieten:
- wettbewerbsfähige Löhne
- planbare Arbeitszeiten
- respektvolle Führung
- Entwicklungsperspektiven
à Viele Betriebe denken noch in Angebotslogik statt in Marktlogik.
3. Rekrutierung mit Methoden von gestern:
Noch verbreitet:
- Stellenanzeigen ohne Benefits
- kein Social Media
- keine Karriereseite
- keine Reaktion auf Bewerbungen
Wer heute 16–30-Jährige erreichen will, braucht:
- mobile Bewerbungsmöglichkeiten
- authentische Einblicke
- klare Informationen zu Gehalt, Arbeitszeit, Perspektiven
4. Ausbildungsrealität spricht sich herum - schlechte Ausbildung führt zu:
- Abbrüchen
- schlechten Bewertungen
- negativem Ruf
à Das wirkt langfristig wie ein Multiplikator gegen den eigenen Betrieb – und gegen das ganze Gewerk.
5. Interne Kultur als Engpassfaktor - Probleme wie:
- autoritärer Führungsstil
- geringe Wertschätzung
- rauer Ton
- fehlende Mitbestimmung
sind für viele Bewerber heute KO-Kriterien. Das Handwerk konkurriert nicht mehr nur mit anderen Handwerksbetrieben, sondern mit Industrie, Logistik, IT und Dienstleistung.
Fazit:
Nicht der „Fachkräftemangel“ allein ist das Problem, sondern oft ein Anpassungsmangel an
- veränderte Arbeitnehmererwartungen
- demografische Realität
- neue Kommunikationswege.
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