Hier die wichtigsten Ansatzpunkte:
1. Leistungsbeschreibung eindeutig formulieren
Viele Nachträge entstehen, weil der Auftrag zu ungenau war. Praxismaßnahmen:
- Detailliertes Leistungsverzeichnis (Material, Mengen, Ausführungsart)
- Keine pauschalen Begriffe wie „nach Bedarf“ oder „inkl. aller Nebenarbeiten“
- Pläne, Skizzen und Herstellerangaben als Vertragsbestandteil festlegen
- Schnittstellen zu anderen Gewerken klar abgrenzen
èZiel: Jeder weiß vor Baubeginn, was genau geschuldet ist.
2. Planung vor Auftragserteilung prüfen
Fehler in Planung und Aufmaß führen fast zwangsläufig zu Nachträgen. Wichtig:
- Aufmaß vor Angebotsabgabe selbst kontrollieren
- Bestandsbau immer vor Ort prüfen (nicht nur nach Plänen arbeiten)
- Unklarheiten schriftlich klären (Bedenkenanmeldung)
èKeine Arbeit auf Basis von Vermutungen beginnen.
3. Änderungen strikt trennen
Viele Nachträge entstehen, weil Kunden „mal eben“ etwas anders wollen. Empfehlung:
- Jede Änderung schriftlich festhalten (Leistungsänderung)
- Vor Ausführung:
-
- Beschreibung
- Mehr- oder Minderkosten
- Freigabe durch Auftraggeber
èGrundsatz: Keine Zusatzleistung ohne Beauftragung.
4. Verträge sauber gestalten
Ein guter Vertrag reduziert Streitpotenzial erheblich. Enthalten sein sollten:
- Klare Vergütungsregelung (Einheitspreis / Pauschalpreis)
- Regelung zu Nachträgen (z. B. Schriftform erforderlich)
- Umgang mit Planänderungen
- Abgrenzung: Was ist Nebenleistung, was Zusatzleistung?
5. Dokumentation während der Bauausführung
Fehlende Dokumentation macht Nachträge später kaum durchsetzbar – oder führt zu unnötigen Diskussionen. Dokumentieren:
- Baustellenfotos
- Tagesberichte
- Abweichungen vom Plan
- Behinderungen und Wartezeiten
- Kundenanweisungen
èDokumentation = Beweisführung.
6. Kundenkommunikation professionalisieren
Viele Nachträge eskalieren wegen mangelnder Erklärung. Hilfreich:
- Technische Notwendigkeit verständlich erklären
- Kostenfolgen vorab transparent machen
- Alternativen anbieten (z. B. günstiger / hochwertiger)
èZiel: Nachtrag als Planänderung, nicht als „Abzocke“ wahrnehmen.
Fazit
Nachträge lassen sich vor allem vermeiden durch:
èsaubere Planung
èklare Verträge
èkonsequente Schriftform
èlückenlose Dokumentation
èdisziplinierte Abwicklung von Änderungen
Fazit:
Nachträge werden nicht ganz verschwinden, aber: Je besser die Vorbereitung, desto weniger Nachträge entstehen.
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