Die Werkstattorganisation von Handwerkern entscheidet über benötigte Manpower

Hier sind die zentralen Faktoren, wie die Organisation den Personalbedarf beeinflusst:

 

1. Wegezeiten und Ergonomie

 

In einer ungeplanten Werkstatt verbringen Mitarbeiter einen signifikanten Teil ihres Tages mit Suchen oder unnötigen Wegen.

 

  • Der Effekt: Wenn jeder Mitarbeiter pro Tag 30 Minuten mit dem Suchen von Werkzeug oder Material verbringt, verliert ein 10-Personen-Betrieb 25 Stunden pro Woche – das ist fast eine Dreiviertelstelle, die nur für „Suchen“ bezahlt wird.
  • Lösung: Lean-Management-Prinzipien (wie die 5S-Methode) reduzieren diesen „Verschnitt“ an Arbeitszeit.

2. Vorfertigung vs. Baustellenmontage

 

Die Organisation entscheidet, wie viel Arbeit von der unberechenbaren Baustelle in die kontrollierte Werkstatt verlagert wird.

 

  • Stationäre Arbeit: In der Werkstatt sind alle Maschinen und Medien (Druckluft, Strom) sofort griffbereit. Die Manpower ist hier bis zu 30% produktiver als auf der Baustelle.
  • Modularisierung: Werden Baugruppen in der Werkstatt vorkonfektioniert, sinkt der Bedarf an hochqualifizierten Monteuren vor Ort, da dort nur noch die Endmontage erfolgt.

3. Materialfluss und Logistik

 

Ein Handwerker, der Material selbst kommissionieren oder auf Lieferungen warten muss, blockiert wertvolle Fachkraft-Zeit.

 

  • Schnittstellen: Eine klare Trennung zwischen Lagerlogistik (oft durch ungelerntes Personal oder Azubis machbar) und der eigentlichen Facharbeit optimiert den Einsatz der teuren Manpower.
  • Just-in-Time: Eine gute Werkstattorganisation sorgt dafür, dass das Material projektbezogen bereitsteht, bevor der Geselle den Auftrag beginnt.

Matrix: Organisationsgrad vs. Personalbedarf

 

Organisationsmerkmal

Niedriger Organisationsgrad

Hoher Organisationsgrad

Suchzeiten

Hoch (kostet Manpower)

Minimal (spart Manpower)

Maschinenverfügbarkeit

Unklar / Wartungsstau

Geplant / Sofort einsatzbereit

Qualifikationsmix

Fachkräfte machen alles

Klare Trennung (Vorbereitung vs. Ausführung)

Fehlerquote

Hoch (Nacharbeit bindet Kapazität)

Niedrig (Prozesse sind standardisiert)

 

Ein praktisches Beispiel:

 

Durch die Einführung von fahrbaren Werkstattwagen und einer zentralen Materialausgabe konnte ein Tischlereibetrieb die Durchlaufzeit pro Projekt um 15% senken, ohne einen einzigen neuen Mitarbeiter einzustellen.

 

Fazit:

 

Die Werkstattorganisation ist im Grunde ein Multiplikator für Ihre Mitarbeiter. In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Prozessoptimierung oft der schnellere Weg zur Kapazitätssteigerung als die mühsame Suche nach neuen Mitarbeitern auf dem Arbeitsmarkt.

 

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