Hier ist ein Gerüst, wie solche Spielregeln in einem modernen Handwerksbetrieb aussehen können:
1. Kommunikation: Wer weiß was wann? - Missverständnisse als Zeitfresser.
- Holschuld vs. Bringschuld: Informationen über Planänderungen müssen sofort aktiv kommuniziert werden (Bringschuld).
- Dokumentation: „Was nicht fotografiert oder aufgeschrieben wurde, hat nicht stattgefunden.“ Klare Vorgaben für Bautagebücher oder Apps.
- Tonfall: Respektvoller Umgang, auch wenn es mal brennt – sowohl unter Kollegen als auch gegenüber dem Kunden.
2. Ordnung und Ressourcen: Das Kapital des Betriebs
Nichts ist teurer als ein Geselle, der 20 Minuten nach einer 13er Nuss sucht.
- Fahrzeug-Check: Jede Woche (z. B. Freitagmittag) wird das Auto gereinigt und Bestände aufgefüllt.
- Werkzeug-Pflege: Defektes Gerät wird sofort gemeldet und markiert, nicht einfach zurück ins Regal gelegt.
- Material-Rückgabe: Übrig gebliebenes Material wird systematisch ins Lager zurückgeführt, statt im Bulli zu „verrotten“.
3. Auftritt beim Kunden: Die Visitenkarte
Der beste Handwerker verliert seinen Ruf durch schlechtes Benehmen.
- Pünktlichkeit: 07:00 Uhr heißt Arbeitsbeginn, nicht Ankunft auf dem Parkplatz.
- Sauberkeit: Die Baustelle wird „besenrein“ verlassen. Staubschutz ist Pflicht, kein Extra.
- Erscheinungsbild: Saubere Arbeitskleidung (soweit möglich) und ein freundliches „Guten Tag“ sind nicht verhandelbar.
4. Fehlerkultur: Ehrlich währt am längsten
Im Handwerk passieren Fehler, entscheidend ist der Umgang damit.
- Sofort-Melde-Prinzip: Ein Kratzer im Parkett oder eine angebohrte Leitung wird sofort dem Chef/Bauleiter gemeldet, bevor der Kunde es merkt.
- Lösungsorientierung: Wir suchen nicht den Schuldigen, sondern die Lösung (und sorgen dafür, dass der Fehler nur einmal passiert).
Warum das für Führungskräfte wichtig ist:
Klare Regeln nehmen ihnen das Mikromanagement ab. Wenn jeder weiß, was von ihm erwartet wird, musst du weniger kontrollieren und kannst dich auf die Akquise oder die Planung konzentrieren.
Fazit:
Regeln funktionieren nur, wenn sie für alle gelten, auch für den Chef. Wer Ordnung predigt, aber sein eigenes Büro im Chaos versinken lässt, verliert die Glaubwürdigkeit.
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