1. Ausgangslage: Fachkräftemangel im Handwerk
In vielen Bereichen des Handwerks besteht seit Jahren ein deutlicher Fachkräftemangel. Besonders betroffen sind z. B.:
- Bau- und Ausbaugewerke
- Elektro- und Sanitärtechnik
- Metall- und Fahrzeugtechnik
- Lebensmittelhandwerk (Bäcker, Fleischer)
Ursachen sind unter anderem:
- demografischer Wandel
- sinkende Zahl an Auszubildenden
- Akademisierungstrend
- Betriebsnachfolgen ohne geeignete Fachkräfte
2. Rolle von Weiterbildung
Ein breites Weiterbildungsangebot kann neue Fachkräfte erschließen, indem Menschen aus anderen Bereichen oder mit Teilqualifikationen für das Handwerk qualifiziert werden. Typische Maßnahmen:
Umschulungen
- vollständige berufliche Neuqualifikation
- oft über 2 Jahre
- gefördert durch Arbeitsagenturen oder Jobcenter
Teilqualifikationen
- modulare Ausbildung in einzelnen Kompetenzfeldern
- später zur vollständigen Facharbeiterprüfung ausbaubar
Anpassungsqualifizierung
- Weiterbildung für bereits Beschäftigte
- z. B. neue Technologien, Digitalisierung, Energietechnik
Meister- und Aufstiegsfortbildungen
- Qualifizierung von Fachkräften zu Führungspersonal
- stärkt Betriebe langfristig
3. Zielgruppen der Programme - Weiterbildungsangebote richten sich häufig an:
- Arbeitslose oder Arbeitssuchende
- Quereinsteiger aus anderen Branchen
- Migrantinnen und Migranten mit Berufserfahrung
- ungelernte Beschäftigte im Betrieb
- ältere Arbeitnehmer, die sich neu orientieren möchten
Dadurch wird das Fachkräftepotenzial deutlich erweitert.
4. Vorteile für Handwerksbetriebe
Ein umfangreiches Weiterbildungsangebot bringt Betrieben mehrere Vorteile:
- größerer Bewerberpool
- schnellerer Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften
- geringere Abhängigkeit vom Ausbildungsmarkt
- Qualifizierung von Mitarbeitern im eigenen Betrieb
- bessere Anpassung an neue Technologien (z. B. Energiewende)
5. Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft
Die Förderung von Weiterbildung im Handwerk hat auch volkswirtschaftliche Effekte:
- Sicherung der Bau- und Infrastrukturprojekte
- Umsetzung der Energiewende (z. B. Wärmepumpen, Photovoltaik)
- Stärkung regionaler Mittelstandsstrukturen
- bessere Integration von Arbeitslosen oder Migranten
Fazit:
Ein breit aufgestelltes Weiterbildungsangebot ist ein wichtiger Baustein zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Handwerk. Durch Umschulungen, Teilqualifikationen und berufliche Fortbildungen können neue Fachkräfte gewonnen und bestehende Beschäftigte gezielt weiterentwickelt werden.
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