Junge Handwerksunternehmer sollten vorrangig ihre Erträge sichern

Warum „vorrangig Erträge sichern“ für junge Handwerker besonders wichtig ist:

 

  • Hohe Anfangsinvestitionen (Werkzeug, Fahrzeug, Material, Versicherungen, Werbung) → wenig Puffer
  • Oft noch keine großen Rücklagen oder Kreditlinie bei der Bank
  • Viele Privatkunden zahlen zögerlich oder gar nicht (Insolvenz des Kunden, Streit um Mängel etc.)
  • Hohe Fixkosten (Krankenversicherung, Altersvorsorge, KFZ, Werkstattmiete) laufen weiter, auch bei Zahlungsausfällen
  • Im Alter von 25–35 Jahren willst du normalerweise Parallelvermögen aufbauen (Haus, Familie, Rente), nicht nur überleben

Praktische Prioritäten für junge Handwerker:

 

  1. Zahlungssicherung vor Auftragsannahme
  • Schriftliche Auftragsbestätigung / Werkvertrag immer
  • Abschlagszahlungen vereinbaren (z. B. 30–40 % Anzahlung, 30–40 % nach Rohbau/Fortschritt, Rest bei Abnahme)
  • Bei größeren Jobs: Bürgschaft, Vertragserfüllungsbürgschaft oder Bauhandwerkersicherung (§ 648a BGB) prüfen
  • Bei Privatkunden: Bonitätscheck (Schufa-Auskunft mit Einwilligung) nicht scheuen
  1. Professionelle Rechnungsstellung & Mahnwesen
  • Rechnung sofort nach Abnahme (nicht erst nach 2 Wochen)
  • Klare Zahlungsfrist (z. B. 7–10 Tage) + Verzugszinsen androhen
  • Mahnverfahren konsequent durchziehen (1. Mahnung freundlich, 2. Mahnung mit Frist + Kosten, dann Inkasso/gerichtlich)
  1. Liquiditätsreserve aufbauen
  • Ziel: mindestens 3–6 Monatsumsätze als Reserve
  • Erste Gewinne nicht komplett entnehmen → mind. 30–50 % im Betrieb lassen
  1. Steuern & Sozialabgaben nicht unterschätzen
  • Umsatzsteuer-Vorauszahlungen, Einkommensteuer-Vorauszahlungen, Gewerbesteuer etc. kommen oft überraschend
  • Monatlich Rücklage bilden (am besten separates Steuerkonto)
  1. Langfristige Ertrags-Sicherung
  • Gute Kalkulation lernen (Stundenverrechnungssatz realistisch → oft 70–90 €+ netto nötig)
  • Mehrere Standbeine (Wartungsverträge, Service-Abonnements, Folgeaufträge)
  • Private Altersvorsorge früh starten (Rürup, Riester, betriebliche Altersvorsorge, Depot-Sparen)

Fazit:

 

Handwerk kann sehr gut Geld abwerfen, aber nur, wenn du dein Geld auch wirklich bekommst und behältst. Viele erfahrene Meister sagen: „Die ersten 3–5 Jahre geht es vor allem darum, zu überleben und liquide zu bleiben. Rendite kommt später.“

 

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Das BAUHERREN-PORTAL ist die einzige echte Qualitätsplattform für das Baugewerbe und das Handwerk. Die dazugehörigen Webseiten werden vertreten durch die BAUHERRENreport GmbH bzw. deren Geschäftsführer Theo van der Burgt.

 

 

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