Die üblichen Verdächtigen: Wo sich Ihr Geld versteckt
Nachkalkulationen decken meistens Diskrepanzen in drei Kernbereichen auf:
1. Die Zeitfalle (Lohnkosten)
Oft kalkuliert man den "idealen" Arbeitsablauf. Die Nachkalkulation zeigt dann die Realität:
- Rüstzeiten & Fahrten: Wurden drei Fahrten zum Baumarkt unternommen, weil Material fehlte?
- Unproduktive Stunden: Dokumentationsaufwand oder langwierige Abstimmungen mit anderen Gewerken, die nicht in Rechnung gestellt wurden.
2. Verschenktes Material
- Kleinmaterial-Pauschale: Schrauben, Dübel, Dichtungen – oft wird Kleinkram nicht einzeln erfasst. Wenn die Pauschale zu niedrig ist, fressen diese Kleinteile die Marge.
- Verschnitt & Schwund: Wurde mehr Material verbraucht als geplant? (z.B. durch Messfehler oder Verschnitt).
3. Der "Eskalations-Effekt" (Nachträge)
Haben Ihre Mitarbeiter Zusatzleistungen erbracht ("Könnten Sie mal eben noch...?"), die nie auf dem Regieschein gelandet sind? Das ist der häufigste Grund für "schleichenden" Profitverlust.
Strategien zur Hebung der Reserven
Um aus diesen Erkenntnissen echtes Kapital zu schlagen, sind folgende Schritte sinnvoll:
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Bereich |
Maßnahme |
Ziel |
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Kalkulation |
Anpassung der Gemeinkostenzuschläge |
Realistische Preise inkl. Puffer. |
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Baustelle |
Digitale Zeiterfassung & Bautagebuch |
Sofortige Transparenz statt Zettelwirtschaft. |
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Einkauf |
Projektbezogene Materiallisten |
Weniger Fahrten, bessere Konditionen. |
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Vertrieb |
Nachtragsmanagement schärfen |
Jede Extrawurst kostet – und wird bezahlt. |
Warum das jetzt eine Chance ist
Die Nachkalkulation ist kein Kontrollinstrument, um Fehler zu suchen, sondern ein Navigationssystem. Wenn Sie wissen, dass Sie bei Heizungssanierungen regelmäßig 10% schneller sind als gedacht, können Sie dort aggressiver anbieten. Merken Sie hingegen, dass Wartungen immer defizitär sind, müssen Sie die Preise anheben oder die Prozesse straffen.
Fazit:
Schauen Sie sich nicht nur die Ausreißer nach unten an (Verlustprojekte), sondern analysieren Sie Ihre "Gewinner-Projekte". Was lief dort anders? War es das Team, der Kunde oder die Art des Auftrags?
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