Hier die wichtigsten aktuellen Eckdaten:
- Etwa 200.000–250.000 offene Stellen im Handwerk insgesamt (je nach Quelle und Definition)
- Rund 20.000 unbesetzte Ausbildungsplätze pro Jahr
- In den nächsten 5 Jahren suchen ca. 125.000 Betriebe eine Nachfolge
- In Umfragen hemmt der Mangel an qualifiziertem Personal bei 23 % der befragten Betriebe massiv das Wachstum; weitere 32 % würden gerne einstellen, können es aber nicht oder nur sehr schwer
Selbst in der derzeit schwächeren Konjunkturphase können mehr als jedes dritte Unternehmen offene Stellen nicht oder nur teilweise besetzen. 83 % rechnen mit negativen Folgen durch den Personalmangel in den kommenden Jahren.
Warum qualifiziertes Personal für leistungsstarke Betriebe so entscheidend ist:
- Kapazitäts- und Qualitätsengpässe → Gute Auftragslage kann nicht bedient werden → Umsatz- und Gewinnpotenzial bleibt liegen
- Termintreue und Kundenzufriedenheit leiden massiv, wenn zu wenig oder zu wenig qualifiziertes Personal vorhanden ist
- Preisdurchsetzung wird schwieriger – Kunden akzeptieren höhere Stundensätze nur bei spürbarer Top-Qualität und Zuverlässigkeit
- Innovation & Spezialisierung (z. B. Energiewende, Smart Home, barrierefreier Ausbau, E-Mobilität) sind ohne gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter kaum machbar
- Betriebsnachfolge wird zum existenziellen Risiko, viele leistungsstarke Betriebe finden keinen geeigneten Übernehmer
Die erfolgreichsten Betriebe setzen meist auf einen Mix aus mehreren Säulen:
- Eigene Ausbildung deutlich ausbauen (auch über Azubi-WG, Wohnraum-Unterstützung, Azubi-Marketing auf TikTok/Instagram)
- Mitarbeiterbindung verbessern durch flexiblere Arbeitszeiten (47 % Nennungen in Umfragen), leistungsorientierte Boni, echte Mitbestimmung, gutes Betriebsklima, moderne Fahrzeuge/Ausstattung
- Produktivität pro Mitarbeiter steigern durch bessere Planung, Digitalisierung (BAU-Apps, Zeiterfassung, BIM), Standardisierung von Prozessen
- Gezielte Zuwanderung nutzen (Fachkräfteeinwanderungsgesetz + Anerkennungsverfahren beschleunigen)
- Personalmarketing & Employer Branding ernst nehmen: authentische Einblicke in den Alltag, klare Karrierewege zeigen, Gehalt ist wichtig, aber nicht mehr alles
- Kooperationen eingehen (mit Zeitarbeit für Spitzen, mit anderen Betrieben für Großprojekte, mit Bildungsträgern)
Fazit:
In Zeiten, in denen fast jeder qualifizierte Handwerker 3–5 Jobangebote hat, entscheidet nicht mehr nur das Gehalt, sondern wie modern, fair, zukunftsorientiert und menschlich der Betrieb aufgestellt ist. Wer als Handwerksbetrieb zu den leistungsstarken gehören will, muss genau hier investieren, in Menschen, in Prozesse und in die eigene Attraktivität als Arbeitgeber.
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