Ohne Kalkulationen ist die wirtschaftliche Steuerung von Handwerksfirmen nicht möglich

Hier sind die drei Säulen, warum das für die wirtschaftliche Steuerung so entscheidend ist:

 

1. Preisuntergrenzen kennen (Vollkostenrechnung)

 

Viele Handwerker orientieren sich an den Preisen der Konkurrenz. Das ist gefährlich, denn jeder Betrieb hat eine andere Kostenstruktur (Miete, Fuhrpark, Mitarbeiteranzahl).

 

  • Wagnis und Gewinn: Nur wer kalkuliert, stellt sicher, dass nicht nur die Materialkosten und Löhne gedeckt sind, sondern auch ein Puffer für Risiken und der nötige Gewinn für Investitionen übrigbleibt.
  • Der Stundenverrechnungssatz: Er ist das Herzstück. Er muss alle Fixkosten abdecken, auch wenn mal ein Mitarbeiter krank ist oder die Auftragslage schwankt.

2. Nachkalkulation: Die Stunde der Wahrheit

 

Die Vorkalkulation ist ein Plan, aber die Nachkalkulation ist das Controlling-Instrument.

 

  • Soll-Ist-Vergleich: Habe ich für das Bad wirklich 40 Stunden gebraucht wie geplant, oder waren es 60?
  • Lerneffekt: Ohne diesen Vergleich merkst du nicht, wo das Geld versickert. Vielleicht sind bestimmte Auftragsarten systematisch unrentabel, ohne dass es im Tagesgeschäft auffällt.

3. Liquidität und Skalierbarkeit

 

Ein Handwerksbetrieb kann trotz voller Auftragsbücher insolvent gehen, wenn die Liquidität nicht gesteuert wird.

 

  • Materialeinkauf: Durch kluge Kalkulation und Budgetierung weißt du, wie viel Kapital in Material gebunden ist.
  • Wachstum: Willst du einen neuen Gesellen einstellen oder eine neue Maschine kaufen, liefert dir die Kalkulation die Datenbasis: „Ab wie vielen zusätzlichen Arbeitsstunden rechnet sich diese Investition?“

Zusammenfassung der Steuerungsrelevanz

 

Instrument

Zweck

Nutzen

Vorkalkulation

Angebotserstellung

Sicherstellung der Deckungsbeiträge

Laufende Kalkulation

Projektüberwachung

Frühwarnsystem bei Zeitüberschreitungen

Nachkalkulation

Analyse

Optimierung zukünftiger Angebote

 

Fazit:

 

Viele Betriebe scheitern nicht an mangelndem handwerklichem Geschick, sondern an der Kalkulationslücke, also dem Unterschied zwischen dem, was sie glauben zu verdienen, und dem, was nach Abzug aller realen Kosten übrigbleibt.

 

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