1. Reduzierung der Kapitalbindung
Normalerweise müssten Sie Materialien für kommende Wochen im Voraus kaufen und lagern.
- Ohne JIT: Ihr Geld liegt im Regal, in Form von Kupferrohren, Fliesen oder Dämmmaterial.
- Mit JIT: Das Kapital bleibt auf dem Bankkonto, bis das Material tatsächlich auf der Baustelle benötigt wird. Das verbessert den Cashflow enorm, da die Zeitspanne zwischen Materialbezahlung und Kundenzahlung verkürzt wird.
2. Minimierung von Lager- und Gemeinkosten
Lagerplatz kostet Geld, sei es durch Miete, Strom, Versicherung oder die Verwaltung, z. B. durch die Inventur.
- Flächennutzung: Durch JIT können Betriebe oft mit kleineren Werkstätten operieren.
- Vermeidung von Ladenhütern: Material, das nicht auf Vorrat liegt, kann nicht veralten oder beschädigt werden. Das Risiko von Wertminderungen sinkt gegen Null.
3. Optimierung der Skalierbarkeit
JIT ermöglicht es Handwerksbetrieben, größere oder mehr Projekte gleichzeitig anzunehmen, ohne dass die Bankkredite für den Materialeinkauf ins Unermessliche steigen.
- Kreditlinie: Die Beanspruchung des Kontokorrentkredits wird geglättet, da keine massiven Vorab-Investitionen für die Lagerhaltung nötig sind.
Die Kehrseite: Wo liegen die Risiken?
Man muss ehrlich sein: JIT macht den Betrieb abhängig vom Lieferanten.
- Preisschwankungen: Wer nicht auf Vorrat kauft, kann Preissteigerungen weniger gut abfedern.
- Lieferverzug: Wenn der Transporter im Stau steht, steht die Baustelle still. Die Lohnkosten für die wartenden Gesellen fressen dann den Zinsvorteil schnell wieder auf.
Finanzielle Auswirkungen im Vergleich
|
Merkmal |
Klassische Lagerhaltung |
Just-in-Time (JIT) |
|
Kapitalbindung |
Hoch |
Sehr niedrig |
|
Lagerkosten |
Hoch |
Minimal |
|
Flexibilität |
Unabhängig von Lieferzeiten |
Hochgradig abhängig |
|
Einkaufspreis |
Mengenrabatte möglich |
Tagespreise / Weniger Lagerpuffer |
Fazit:
Viele moderne Handwerker nutzen mittlerweile digitale Schnittstellen (z.B. Open Connect) zu ihren Großhändlern, um JIT-Prozesse zu automatisieren und die Fehlerquote bei der kurzfristigen Bestellung zu senken.
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