Welche Kosten Handwerksbetriebe in ihre Stundenverrechnungssätze einkalkulieren

1. Personalkosten - Die größte Komponente im SVS. Dazu gehören:

 

  • Bruttolöhne/-gehälter der Fachkräfte
  • Sozialabgaben (Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung)
  • Urlaubs- und Krankheitszeiten: diese werden auf die produktive Zeit umgelegt, da sie bezahlt werden, aber keine Leistung bringen
  • Ausbildungs- oder Fortbildungskosten
  • Überstunden- und Zuschlagsregelungen, wenn relevant

2. Betriebskosten / Gemeinkosten - Kosten, die unabhängig vom einzelnen Auftrag anfallen:

 

  • Miete / Pacht von Werkstatt, Büro oder Lager
  • Energie- und Wasserkosten
  • Werkzeuge, Maschinen, Fahrzeuge – Anschaffung, Abschreibung, Wartung
  • Büro- und Verwaltungskosten (Telefon, IT, Buchhaltung, Software)
  • Versicherungen (Betriebshaftpflicht, Fahrzeugversicherung, Maschinenversicherung)
  • Reisekosten / Transportkosten
  • Entsorgungskosten / Materiallagerung

Diese Kosten werden auf die Arbeitsstunden umgelegt, um sie in den Stundensatz einzuberechnen.

 

3. Material- und Fremdleistungskosten

 

  • Direkt auf den Auftrag zuordenbar, werden teilweise im SVS anteilig berücksichtigt, insbesondere wenn das Material direkt zur Leistung gehört.
  • Häufig werden Materialkosten separat berechnet und nicht komplett über den Stundensatz gedeckt.

4. Gewinnaufschlag

 

Damit der Betrieb wirtschaftlich arbeitet und Investitionen tätigen kann, wird ein Gewinnaufschlag kalkuliert, meist zwischen 5–20 % auf die Selbstkosten.

 

5. Beispielhafte Kalkulation - ein vereinfachtes Rechenbeispiel:

 

Kostenart

Betrag pro Monat

Auf Stundenbasis (160 Std)

Löhne + Sozialabgaben

10.000 €

62,50 €/h

Miete + Nebenkosten

2.000 €

12,50 €/h

Maschinen/Werkzeuge

1.600 €

10 €/h

Verwaltung, Versicherungen

1.600 €

10 €/h

Selbstkosten / Stundensatz

95 €/h

Gewinnaufschlag 10 %

9,50 €/h

Endlicher Stundenverrechnungssatz

105 €/h

 

Fazit:

 

Der Stundenverrechnungssatz muss alle personellen, betrieblichen und kalkulatorischen Kosten abdecken und gleichzeitig einen angemessenen Gewinn sichern. Er ist also mehr als nur Lohn pro Stunde, er spiegelt die Gesamtkostenstruktur des Betriebs wider.

 

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