Warum JIT im Handwerk den Ton angibt
- Kapitalbindung minimieren: Geld, das nicht in tonnenweise Gipskartonplatten oder Kupferrohren im eigenen Lager steckt, bleibt liquide. Das verbessert die Zahlungsfähigkeit (Liquidität) für Löhne oder neue Maschinen.
- Lagerkosten senken: Quadratmeterpreise für Werkstätten sind hoch. Wer JIT nutzt, braucht keine riesige Halle, keine Gabelstapler für das interne Logistikmanagement und spart Versicherungsprämien für die Lagerware.
- Vermeidung von Schwund und Veralterung: Material, das direkt auf die Baustelle geliefert wird, kann im Lager nicht verstauben, beschädigt werden oder technisch veralten (z. B. Dichtungen, die spröde werden).
- Direktlogistik: Der Lieferant liefert oft direkt an den Einsatzort. Das spart dem Gesellen die Zeit, morgens erst im Lager den Transporter zu beladen – er kann direkt zur Baustelle fahren.
Die Kehrseite der Medaille (Das Risiko)
Wirtschaftlich denken heißt auch, Risikomanagement zu betreiben. JIT funktioniert nur, solange die Lieferketten glattlaufen.
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Vorteil |
Risiko |
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Maximale Liquidität |
Preisschwankungen: Man kauft zum Tagespreis statt zum günstigen Vorratspreis. |
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Geringer Platzbedarf |
Abhängigkeit: Streikt der Lieferant oder klemmt die Logistik, steht die Baustelle still (teure Stillstandszeiten). |
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Frisches Material |
Mindermengenzuschläge: Wer jeden Kleinkram einzeln bestellt, zahlt oft drauf. |
Der "Goldene Mittelweg" heute
Seit den Lieferengpässen der letzten Jahre beobachten wir eine leichte Korrektur. Viele Betriebe setzen nun auf "Just-in-Case" für C-Teile:
- Standardware (Schrauben, Dübel, Klemmen), die wenig Platz wegläuft, wird auf Vorrat gehalten.
- Teure A-Komponenten (Heizungsthermen, Fensterfronten, Maßküchen) werden strikt Just-in-Time bestellt.
Fazit:
Wer heute im Handwerk rein nach Intuition bestellt, verliert gegen den digitalen Betrieb, der seine Materialflüsse genau taktet. JIT ist der Hebel, um trotz steigender Kosten wettbewerbsfähig zu bleiben.
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