Warum JiT die Kosten drückt
- Kapitalbindung reduzieren: Material, das im Regal liegt, ist totes Kapital. Wenn das Geld nicht im Lager "parkt", verbessert das die Liquidität des Betriebs erheblich.
- Lagerplatz sparen: Quadratmeter kosten Geld (Miete, Heizung, Versicherung). Kleinere Lager bedeuten geringere Fixkosten.
- Vermeidung von Schwund und Veralterung: Was nicht lange lagert, geht nicht kaputt, verstaubt nicht und veraltet nicht (besonders wichtig bei elektronischen Bauteilen oder chemischen Produkten wie Klebern).
Die Kehrseite: Das Risiko fährt mit
Man darf aber nicht verschweigen, dass JiT ein Drahtseilakt ist. Im Handwerk gibt es Faktoren, die man schwer kalkulieren kann:
- Lieferketten-Instabilität: Ein Streik oder ein Stau auf der Autobahn, und die Baustelle steht still. Die Lohnkosten für wartende Gesellen sind meist deutlich höher als die gesparten Lagerkosten.
- Mindermengenzuschläge: Wer oft kleine Mengen bestellt, zahlt häufig drauf oder verliert attraktive Mengenrabatte beim Großhändler.
- Ökologischer Fußabdruck: Viele kleine Lieferfahrten verursachen mehr CO2 und Verkehr als eine große Sammelbestellung.
Praxis bevorzugt Mischstrategie
In Zeiten von unvorhersehbaren Rohstoffpreisen und Lieferengpässen (wie wir sie in den letzten Jahren oft gesehen haben) gehen viele Betriebe dazu über, eine Hybrid-Strategie zu fahren:
- C-Teile (Schrauben, Dübel, Silikon): Werden weiterhin auf Vorrat gehalten (Kosten niedrig, Risiko bei Fehlen hoch).
- A-Teile (Heizungskessel, Maßfenster, Parkett): Werden strikt Just-in-Time direkt zur Baustelle geordert.
Fazit:
Eine gute digitale Lagerverwaltung, die direkt mit den Schnittstellen der Großhändler verknüpft ist, ist heute fast schon Pflicht, um JiT ohne Nervenzusammenbruch umzusetzen.
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