Bei Pauschalpreisen trägt der Handwerksbetrieb das volle Kostenrisiko

1. Das Risiko des Handwerksunternehmens

 

Wenn ein Pauschalvertrag geschlossen wird, übernimmt der Betrieb tatsächlich die Verantwortung für:

 

  • Kalkulationsfehler: Hat sich der Chef bei den Materialmengen verschätzt oder die Arbeitsstunden zu knapp bemessen, ist das sein Pech.
  • Effizienz: Arbeitet das Team langsamer als geplant, steigen die Lohnkosten, aber der Preis bleibt gleich.
  • Übliche Erschwernisse: Kleine Verzögerungen oder normale Schwierigkeiten im Arbeitsablauf sind im Pauschalpreis inbegriffen.

2. Die Grenzen, ab wo der Kunde zahlt

 

Das Handwerksunternehmen trägt das Risiko nur für die vereinbarte Leistung. In folgenden Fällen darf der Preis trotzdem steigen:

 

  • Leistungsänderungen: Wünscht du dir während der Bauphase doch die teureren Fliesen oder eine zusätzliche Steckdose, muss das extra bezahlt werden.
  • Unvorhersehbare Hindernisse: Tritt ein Problem auf, das bei der Besichtigung absolut nicht erkennbar war (z. B. asbesthaltiger Kleber unter dem alten Boden oder morsche Balken hinter einer Wand), ist das oft eine „Störung der Geschäftsgrundlage“. Hier muss nachverhandelt werden.
  • Fehlende Mitwirkung: Wenn die Baustelle nicht zugänglich ist oder Vorarbeiten des Kunden fehlen, trägt der Handwerker dieses Kostenrisiko nicht.

Zusammenfassung: Wer trägt was?

 

Merkmal

Handwerksunternehmen

Auftraggeber (Kunde)

Mengenrisiko

Ja (wenn mehr Material nötig ist)

Nein

Zeitrisiko

Ja (wenn es länger dauert)

Nein

Planungsänderung

Nein

Ja (Änderungswünsche kosten extra)

Verborgene Mängel

Nein

Ja (meistens über Nachträge)

 

Fazit:

 

Ein Pauschalpreis ist nur so gut wie das dazugehörige Leistungsverzeichnis. Je ungenauer die Arbeit beschrieben ist, desto mehr Streitpotenzial gibt es darüber, was inklusive ist.

 

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