1. Fachkräftemangel
In vielen Gewerken fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks bleiben jedes Jahr tausende Stellen unbesetzt. Betriebe können daher weniger daraufsetzen, neue Fachkräfte zu finden, sondern müssen stärker bestehende Mitarbeitende weiterentwickeln.
2. Technologische Veränderungen
Digitalisierung und neue Technologien verändern auch klassische Handwerksberufe. Beispiele:
- digitale Planung (z. B. CAD, BIM im Bau)
- Smart-Home-Installationen im Elektrohandwerk
- moderne Diagnosegeräte im Kfz-Handwerk
- energieeffiziente Gebäudetechnik
Organisationen wie das Bundesinstitut für Berufsbildung weisen darauf hin, dass viele Berufsbilder heute hybride Kompetenzen benötigen: handwerkliche Fähigkeiten plus digitale Kenntnisse.
3. Neue gesetzliche Anforderungen
Regulatorische Vorgaben – etwa zu Energieeffizienz, Sicherheit oder Nachhaltigkeit – machen regelmäßige Schulungen notwendig. Ein Beispiel ist das Gebäudeenergiegesetz, das neue Anforderungen an Heizungs-, Bau- und Gebäudetechnikbetriebe stellt.
4. Produktivitäts- und Qualitätssteigerung - weitergebildete Mitarbeitende können:
- effizienter arbeiten
- Fehlerquoten reduzieren
- komplexere Aufträge übernehmen
Dadurch steigt sowohl die Wertschöpfung pro Auftrag als auch die Kundenzufriedenheit.
5. Mitarbeiterbindung
Qualifizierung wirkt auch als Motivations- und Bindungsinstrument. Mitarbeitende bleiben eher im Unternehmen, wenn sie Entwicklungsmöglichkeiten sehen.
Typische Qualifizierungsmaßnahmen im Handwerk:
- Fachkurse und Zertifikate (z. B. Energieberater, Schweißzertifikate)
- Digitalschulungen (Software, Maschinensteuerung)
- Meister- und Technikerweiterbildungen
- interne Schulungen im Betrieb
- Kooperationen mit Handwerkskammern
Fazit:
Viele Handwerksbetriebe entwickeln mittlerweile systematische Weiterbildungsstrategien, statt nur einzelne Kurse zu buchen. Weiterbildung wird damit zu einem festen Bestandteil der
Personalplanung.
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