Die Hauptgründe sind:
- Rekordhohe Lohnnebenkosten: Über 42 % des Bruttolohns (historischer Höchststand), getrieben durch Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung).
- Steigende Löhne und Mindestlöhne: 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 €/h, Branchenmindestlöhne (z. B. Elektrohandwerk ~14,93 €, Maler/Lackierer ~16,13 €) sind noch höher. Viele Betriebe müssen zudem Fachkräfte mit überdurchschnittlichen Löhnen halten/binden.
- Hohe Material- und Energiepreise: Auch wenn es 2024/2025 leichte Entspannungen bei Holz, Stahl etc. gab, bleiben die Preise auf sehr hohem Niveau. Dazu kommen CO₂-Preise (2026 im Emissionshandel, Korridor 55–65 €/Tonne) und teurer Gewerbestrom.
- Fachkräftemangel: Weniger Kapazitäten, längere Wartezeiten, höhere Stundensätze, oft 80–120 € netto + Material bei gefragten Gewerken.
- Nachträge & unvorhergesehene Leistungen: Viele Projekte, besonders Altbausanierungen, zeigen erst vor Ort Überraschungen (Schimmel, marode Substanz, versteckte Schäden), die Zusatzarbeiten erfordern.
In der Folge steigen die Bau- und Handwerkerpreise seit 2021 deutlich stärker als die allgemeine Inflation, teilweise 3–8 % pro Jahr, in Spitzenzeiten sogar deutlich mehr.
Viele private Bauherren planen inzwischen bewusst 15–25 % Reserve ein, um nicht in Bedrängnis zu geraten. Trotzdem reicht das oft nicht aus.
Das kann man als Auftraggeber tun, um das Risiko zu minimieren:
- Detaillierte, positionsgenaue Angebote verlangen, da bedeutet keine groben Pauschalen bei komplexen Projekten.
- Schriftliche Nachtragsregelung im Vertrag fixieren, z. B. nur mit vorheriger Zustimmung.
- Mehrere vergleichbare Angebote einholen und genau prüfen, nicht nur den Preis vergleichen.
- Eigenleistungen gezielt einplanen, z. B. Malerarbeiten, Bodenverlegung, um Kosten zu senken.
- Realistischen Puffer einplanen, vor allem bei Sanierungen.
- Frühzeitige und enge Kommunikation mit dem Handwerksbetrieb pflegen.
Fazit:
Die Aussage trifft die bittere Wirklichkeit sehr genau. Handwerksleistungen sind 2026 teurer denn je, und Budgetanpassungen nach oben gehören für die meisten Kunden leider zum Standardprozedere. Wer das im Vorfeld ignoriert, riskiert böse Überraschungen oder sogar das Scheitern des gesamten Vorhabens.
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