Typische Gründe, warum ein Puffer fast immer gebraucht wird:
- Versteckte Baumängel wie z. B. Schimmel, morsches Holz, Asbest, undichte Rohre, Schwamm, fehlerhafte Elektrik, die erst beim Öffnen der Wände sichtbar werden
- Steigende Materialpreise
- Mehr Arbeitsstunden als geplant, weil z. B. der Untergrund schlechter ist als gedacht
- Zusätzliche Nebenkosten wie Entsorgung, Gerüste, provisorische Heizung/WC, Genehmigungen, Statiker etc.
- Verzögerungen mit höheren Finanzierungskosten oder doppelten Mieten bw. Unterbringung
- Nachträgliche Wünsche: „Jetzt wo die Wand offen ist, machen wir doch gleich“
So hoch sollte der Puffer realistisch sein:
- Bei kleineren bis mittleren Sanierungen wie Bad, Küche, einzelne Etagen oder Teildämmung: 10–15 % der kalkulierten Bausumme
- Bei umfangreichen Sanierungen, Kernsanierungen in Altbauten vor 1990: 15–25 %, manchmal sogar 30 % bei sehr alten Gebäuden
- Faustregel vieler Experten: Mindestens 15 %, besser 20 % bei Altbauten oder wenn noch keine genaue Bestandsaufnahme vorliegt
Beispiele:
- Geplante Sanierungssumme 80.000 € → Puffer 12.000–20.000 €
- Komplette Kernsanierung 180.000 € → Puffer 27.000–45.000 € (oder mehr)
Praktische Tipps, damit der Puffer nicht komplett aufgefressen wird:
- Lassen Sie vorab einen unabhängigen Bausachverständigen oder Energieberater durch das Haus gehen. Kosten: meist 800–2.000 € → spart oft ein Vielfaches.
- Fordern Sie detaillierte Angebote mit Positionsaufstellung, nicht nur Pauschalpreis.
- Vereinbaren Sie klare Nachtragsregelungen im Vertrag.
- Planen Sie zeitlich ebenfalls Puffer ein, meist 20–30 % mehr Zeit als angegeben.
- Nutzen Sie mehrere Vergleichsangebote – oft unterscheiden sich die Preise enorm.
- Halten Sie 10–20 % des Budgets liquide bis zum Abschluss, nicht alles vorfinanzieren.
Fazit:
Wer ohne oder mit nur 5 % Puffer plant, erlebt in der Regel die unangenehmsten Überraschungen. Lieber etwas mehr Puffer einplanen und am Ende Geld übrighaben, als mitten in der Bauphase in finanzielle Schieflage geraten.
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